Verleihung der außerplanmäßigen Professur an
Flottenarzt Privatdozent Dr. Arnulf Willms
durch die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Es ist mir eine besondere Ehre, Flottenarzt Prof. Dr. med. habil. Arnulf Willms, MBA, anlässlich der Verleihung der außerplanmäßigen Professur für das Fach Chirurgie durch die Universität Mainz zu würdigen. Ich tue dies in meiner heutigen Funktion als Ärztlicher Direktor und Kommandeur des Bundeswehrzentralkrankenhauses Koblenz – zugleich aber auch aus der Perspektive seines langjährigen Mentors, chirurgischen Lehrers und Wegbegleiters, der seine fachliche, wissenschaftliche und persönliche Entwicklung über 25 Jahre gefördert und begleitet hat.
Der berufliche Weg von Flottenarzt Prof. Willms ist von Beginn an durch außergewöhnliche Konsequenz und Zielstrebigkeit geprägt. Nach dem Studium der Humanmedizin als Sanitätsoffizieranwärter der Bundeswehr an der RWTH Aachen, das er mit hervorragendem Ergebnis abschloss, folgte früh die Promotion im chirurgischen Fachgebiet. Bereits hier zeigte sich sein wissenschaftliches Interesse an komplexen viszeralchirurgischen Fragestellungen, das ihn bis heute auszeichnet.
Die chirurgische Weiterbildung absolvierte er am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz. Unter meiner Leitung erlangte er zunächst den Facharzt für Chirurgie und setzte konsequent den nächsten Schritt mit der Weiterbildung zum Facharzt für Viszeralchirurgie fort. Die Zusatzbezeichnung „Spezielle Viszeralchirurgie“ rundete diese Phase ab. Schon in diesen Jahren überzeugte er nicht nur durch operative Exzellenz und außerordentliche Belastbarkeit – auch in zahlreichen Auslandseinsätzen –, sondern ebenso durch analytisches Denken, wissenschaftliche Neugier und ausgeprägte Führungsqualitäten.
Wesentliche akademische Impulse erhielt Arnulf Willms während seiner Zeit an der Universitätsklinik Bonn bei Prof. Dr. med Jörg C. Kalff. Hier vertiefte er seine wissenschaftliche und chirurgisch-universitäre Tätigkeit und entwickelte den Schwerpunkt weiter, was schließlich in seiner Habilitation an der Universitätsmedizin Mainz mündete. Die Habilitationsschrift zur Reduktion der Morbidität und Mortalität bei der Therapie des offenen Abdomens gilt bis heute als substantieller Beitrag zur Weiterentwicklung dieses anspruchsvollen chirurgischen Behandlungsfeldes und unterstreicht seine enge Verzahnung von klinischer Erfahrung und translationaler Forschung.
Parallel dazu erweiterte er sein Profil bewusst über die rein medizinische Expertise hinaus. Mit dem erfolgreichen Abschluss eines berufsbegleitenden MBA-Studiums schuf er sich ein solides Fundament in den Bereichen Management, Organisation und strategische Klinikführung – Kompetenzen, die sich später in leitenden Funktionen auszahlen sollten.
Besonders hervorzuheben ist seine Zeit in Hamburg. Als stellvertretender Klinikdirektor der Klinik II des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg übernahm er früh Verantwortung für Struktur, Personal und die inhaltliche Ausrichtung. Ergänzend war er als Oberarzt in der Asklepios-Klinik Barmbek unter der Leitung von Prof. Dr. Karl J. Oldhafer im onkologischen Zentrum tätig, mit klarem Schwerpunkt in der Pankreas-, Leber- und robotischen Chirurgie.
Heute setzt Flottenarzt Prof. Dr. Willms als Klinikdirektor der Klinik II am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz diesen Weg konsequent fort. Neben der Weiterentwicklung der bestehenden Zentren sowie der Traumaversorgung liegt sein Fokus auf der strukturierten Stärkung der viszeralonkologischen Chirurgie, insbesondere der hepatobiliären und kolorektalen Chirurgie, unter Einsatz modernster minimalinvasiver und robotischer Techniken.
Ein zentrales Merkmal seiner bisherigen und zukünftigen Tätigkeit ist darüber hinaus sein ausgeprägtes Engagement für die Weiterbildung des chirurgischen Nachwuchses. Die Begeisterung für das Fach Chirurgie, für operative Exzellenz und für militärmedizinische Forschung vermittelt er täglich – im klinischen Alltag ebenso wie in der akademischen Lehre. Seine Lehrverpflichtung an der Universitätsmedizin Mainz sowie am Medizincampus Koblenz ist Ausdruck dieses Selbstverständnisses und ein wesentlicher Baustein für die nachhaltige Zukunft der Wehrmedizin sowie für den Transfer militärmedizinischer Expertise in die universitäre Lehre.
Die Verleihung des Titels eines außerplanmäßigen Professors am 12. Januar 2026 durch die Johannes Gutenberg-Universität Mainz würdigt eine Persönlichkeit, die klinische Exzellenz, wissenschaftliche Tiefe, Führungsstärke und soldatische Haltung in besonderer Weise vereint.
Prof. Dr. med. habil. Robert Schwab
Generalarzt
Ärztlicher Direktor und Kommandeur
Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz
Nachruf auf Generalapotheker a. D. Dr. Jörg Hoff
Am 6. Dezember 2025 verstarb der ehemalige Inspizient Wehrpharmazie der Bundeswehr, Generalapotheker a. D. Dr. Jörg Hoff, im Alter von 85 Jahren. Mit seinem Tod verliert der Sanitätsdienst der Bundeswehr eine prägende und hoch ausgezeichnete Führungspersönlichkeit der Wehrpharmazie.
Generalapotheker a. D. Dr. Hoff wurde 1940 in Kassel geboren und studierte nach dem damals noch vorgeschriebenen Apothekerpraktikum Pharmazie an der Philipps-Universität in Marburg. Nach der Approbation als Apotheker trat er am 1. Januar 1968 als „Grundwehrdienst leistender Sanitätsoffizier“ in die Bundeswehr ein. Nach dem Eintritt in die Bundeswehr beim damaligen Sanitätsbataillon 7 in Hamm durchlief er zahlreiche militärische Verwendungen auf allen bedeutenden Führungsebenen, von denen sicherlich die Verwendung als Adjutant beim damaligen Inspekteur des Sanitäts- und Gesundheitswesens der Bundeswehr – Admiraloberstabsarzt Dr. Stemann – von besonderer Bedeutung war.
Auf seinen militärischen Stationen ist seine hessische Heimat nicht wegzudenken. Als Divisionsapotheker der 2. Jägerdivision in Kassel schloss er dort 1980 die Promotion zum Dr. rer. nat. bei Prof. Dr. Schmitz in Marburg ab. Nach Verwendungen als Kommandoapotheker beim Territorialkommando Nord in Mönchengladbach, Fachlehrer für Sanitätsmaterial und später als Chef des Akademiestabes an der Sanitätsakademie der Bundeswehr wurde er Personalführer im Bundesministerium der Verteidigung.
Zum 1. Oktober 1990 übernahm Dr. Hoff, mit gleichzeitiger Beförderung zum Oberstapotheker, die Leitung des Referats InSan II 6 im Bundesministerium der Verteidigung, das für die Entwicklung und Beschaffung des Sanitätsmaterials der Bundeswehr und die materielle Ausstattung der Sanitätsdienststellen zuständig war. In dieser Verwendung erwarb er sich große Verdienste bei der Einführung der „Modularen Sanitätseinrichtungen“ in Containerbauweise und der materiellen Ausstattung der gemeinsam mit dem Land Rheinland-Pfalz zu betreibenden neuen Abteilung Herzchirurgie im Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz.
Zum 1. Oktober 1997 übernahm Dr. Hoff bei gleichzeitiger Beförderung zum Generalapotheker das Amt des Inspizienten Wehrpharmazie der Bundeswehr, welches er bis zu seiner Pensionierung im März 2000 sehr erfolgreich bekleidete. In dieser Zeit durfte auch ich ihn noch persönlich kennenlernen und ihm von meinen Erfahrungen aus dem Jahr 1999 als Sanitätsoffizier Apotheker und Lebensmittelchemiker mit dem lebensmittelchemischen Laborcontainer im Kosovo als Teil der „Modularen Sanitätseinrichtungen“ berichten.
Die fachliche Ausrichtung der Wehrpharmazie war für ihn immer ein wichtiges Ziel und so ist es nicht verwunderlich, dass ihm die Zusammenarbeit mit den Standesorganisationen und den Hochschulen sowie die fachliche Fort- und Weiterbildung immer ganz besonders am Herzen lag. Im internationalen Bereich erwarb er sich große Verdienste als Vorsitzender der Technical Commission for Pharmacy des International Committee of Military Medicine.
Für seine besonderen Leistungen wurde Generalapotheker a. D. Dr. Hoff im Sommer 1999 vom Bundespräsidenten mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.
Mit Generalapotheker a. D. Dr. Hoff verlässt uns ein Sanitätsoffizier Apotheker, der auch nach seiner Pensionierung die Entwicklungen im Sanitätsdienst und der Wehrpharmazie aus seiner Wahlheimatstadt Gallneukirchen in Österreichmit großem Interesse verfolgt hat und regelmäßig mit dem Leitenden Apotheker der Bundeswehr in Schriftkontakt stand.
Mit seinem großen Einsatz für den Sanitätsdienst und die Wehrpharmazie hat Generalapotheker a. D. Dr. Hoff Herausragendes geleistet und in besonderem Maße zu deren Einsatzfähigkeit und Ansehen beigetragen. Dafür gilt ihm unser tief empfundener Dank. Die Sanitätsoffiziere der Bundeswehr werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.
Dr. Bernd Klaubert
Oberstapotheker
Leitender Apotheker der Bundeswehr und
Inspizient Wehrpharmazie der Bundeswehr
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