Wehrmedizinische Monatsschrift

  • Archiv
  • Kontakt
  • Archiv
  • Kontakt

Suchergebnis
Links
Rechts
Inhaltsverzeichnis
Editorial
Editorial
Mehrdimensionalität der ­Resilienz
Die Polykrise als Dauerlage – Mehrdimensionale Resilienz als adaptive Systemfähigkeit








Individuelle Resilienz
Body-Scan und interozeptive Bewusstheit:​ Neuropsychologische ­Perspektive auf Resilienz in Hochbelastungskontexten




Individuelle Resilienz
Pausen als Waffe gegen Stress:​ Warum bewusste Pausen den Raum für gute Entscheidungen schaffen




Individuelle Resilienz
Human Performance am Beispiel des kognitiv-körperlichen Trainings und dessen Bedeutung zur Leistungssteigerung und Verletzungsprävention





Resilienztraining
Resilienz,​ Führung und Achtsamkeit:​ Betriebliche Gesundheitsförderung als zentrales Element der kollektiven Verteidigungsfähigkeit





Resilienztraining
Psychologische Einsatzbereitschaft stärken:​ Implementierung eines Operativen Resilienztrainings in die Einsatzausbildung der Deutschen Marine




Organisationale Resilienz
Netzwerke der Hilfe stärken die Resilienz


Resilienztraining
Wie lässt sich Resilienz in der Bundeswehr trainieren? Vom Modellprojekt zum skalierbaren Ausbildungssystem im betrieblichen Gesundheitsmanagement




Organisationale Resilienz
Arbeitsgestaltung als Resilienzfaktor – Potenziale eines modernen Arbeitsschutzes


Organisationale Resilienz
Organisationale Resilienz im Sanitätsdienst unter disruptiven ­Bedingungen:​ Erkenntnisse aus dem Military Design Thinking ­Workshop „Resilienzverbund+“

Institutionelle Resilienz
Das Democratic Resilience Center – gesamtgesellschaftliche und politische Resilienz:​ Eine universitäre Antwort auf die Polykrise



Tagungen und Kongresse
Bericht über das Enneker Forum Tegernsee 2026

Mitteilungen der DGWMP e.​ V.​
Geburtstage November 2026
Resilienztraining PDF

Resilienz, Führung und Achtsamkeit:
Betriebliche Gesundheitsförderung als zentrales Element der kollektiven Verteidigungsfähigkeit

Resilience, Leadership, and Mindfulness:
Occupational Health Promotion as a Core Element of Collective Defense Capability

Anastassiya Höra, Martin Sanderb, Horst Peter Beckerc

a Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, Fachbereich Bundeswehrverwaltung, Mannheim

b Bildungszentrum der Bundeswehr, Mannheim

c WINGS Hochschule, Wismar

Zusammenfassung

Angesichts multidimensionaler Krisen und veränderter sicherheitspolitischer Rahmenbedingungen gewinnen umfassende Gesundheitsstrategien in den Streitkräften zunehmend an Bedeutung. Der Beitrag gibt einen Überblick über evidenzbasierte, achtsamkeitsbasierte Trainingsprogramme, insbesondere Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR), und deren Anwendung im militärischen Kontext. Dargestellt werden wissenschaftliche Befunde zur Wirksamkeit von Achtsamkeit auf Stressregulation, psychische Gesundheit, kognitive Leistungsfähigkeit und Resilienz internationale Implementierungsbeispiele in Streitkräften von NATO-Mitgliedstaaten und Partnerstaaten. Ein besonderer Fokus liegt auf der Vorbildfunktion von Führungskräften, die maßgeblich zur Akzeptanz, Normalisierung und nachhaltigen Verankerung gesundheitsfördernder Maßnahmen beiträgt.

Am Beispiel der betrieblichen Gesundheitsförderung der Bundeswehr werden bestehende Programme und Initiativen vorgestellt. Insgesamt unterstreicht der Beitrag die Relevanz achtsamkeitsbasierter Interventionen als integraler Bestandteil moderner militärischer Gesundheits- und Führungskonzepte zur langfristigen Sicherung der Einsatzbereitschaft.

Schlüsselwörter: achtsamkeitsbasierte Stressreduktion; Führung; Leistungs- und Funktionsfähigkeit; Organisationskultur

Summary

Against the backdrop of multidimensional crises and evolving security policy conditions, holistic health strategies are becoming increasingly important within the armed forces. This article provides an overview of evidence-based mindfulness-based training programmes, particularly Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR), and examines their application in military contexts. It reviews scientific findings regarding the effects of mindfulness on stress regulation, mental health, cognitive performance, and resilience, and presents international examples of implementation in the armed forces of NATO member and partner countries.

Particular attention is devoted to the role-modelling function of leaders, which is decisive for the acceptance and sustainable integration of health-promoting measures. Using the example of occupational health promotion within the Bundeswehr, existing programmes and initiatives are outlined. Overall, the article highlights the relevance of mindfulness-based interventions as an integral component of modern military health and leadership concepts to ensure long-term operational readiness.

Keywords: Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR); leadership; operational performance and functional capability; organizational culture

Einleitung

Insbesondere die COVID-19-Pandemie hat die dringende Notwendigkeit einer engen zivil-militärischen Zusammenarbeit verdeutlicht. Gemeinsame Übungen, der systematische Austausch von Best Practices sowie internationale Kooperationen leisteten einen nachhaltigen Beitrag zur Stärkung der gemeinsamen Widerstandsfähigkeit. Gleiches gilt für die multidimensionalen Krisen der letzten Jahrzehnte, die die Dringlichkeit einer Erweiterung des Mindsets hinsichtlich ganzheitlicher Gesundheitsstrategien sowie der flächendeckenden Förderung der Gesundheitskompetenz verdeutlicht haben [10][28]. Führungskräfte spielen hierbei eine Schlüsselrolle, da ihre aktive Beteiligung an gesundheits­fördernden Maßnahmen entscheidend zur Akzeptanz, Normalisierung und nachhaltigen Implementierung entsprechender Programme beiträgt [2][3][5][16][17][23].

Vor diesem Hintergrund ist hervorzuheben, dass auch innerhalb der NATO die Implementierung komplementärer und alternativer Medizinverfahren (CAM – Complementary and Alternative Medicine) in den Streitkräften zunehmend als bedeutsam erachtet wird [30]. Diese Verfahren leisten einen wertvollen Beitrag zur Förderung von Gesundheit, Resilienz und Einsatzbereitschaft sowie zur Prävention stressbedingter Störungen. Interventionen wie Achtsamkeitstraining, Atemtechniken, Yoga, Akupunktur oder Biofeedback gelten als evidenzbasierte Ergänzungen zur konventionellen Medizin, insbesondere in den Bereichen Stressregulation, Schmerzmanagement und psychische Stabilisierung. Ihre Wirksamkeit entfaltet sich dabei in besonderem Maße, wenn Führungspersonal diese Maßnahmen nicht nur unterstützt, sondern sie selbst regelmäßig praktiziert und sichtbar vorlebt [8][16][17][23].

Ziel des Beitrags ist es, den wissenschaftlich belegten Mehrwert achtsamkeitsbasierter Interventionen als Ausbildungseinheiten zur Entwicklung psychischer Selbstregulationskompetenzen aufzuzeigen und deren Relevanz für eine gesundheitsorientierte Führungskultur, die individuelle kognitive Leistungsfähigkeit sowie die langfristige Operational Readiness der Streitkräfte zu diskutieren.

Achtsamkeit

In diesem Zusammenhang rückt ein Ansatz in den Fokus, der ursprünglich aus der klinischen Psychologie stammt, inzwischen jedoch auch in der militärischen Forschung sowie in militärischen und zivilen Ausbildungskontexten zunehmend Beachtung findet: die Achtsamkeit (Mindfulness) [30]. Achtsamkeit wird als Haltung der offenen, nicht wertenden Wahrnehmung des gegenwärtigen Augenblicks verstanden, die sich auf Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen richtet. Zum systematischen Erlernen dieser Haltung entwickelte Jon Kabat-Zinn das Programm der Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR), das Achtsamkeit als alltagstaugliche und strukturierte Praxis vermittelt [14].

Gerade für Führungskräfte bietet Achtsamkeit ein wirk­sames Instrument zur Selbstregulation, zur bewussten Entscheidungsfindung unter Druck sowie zur reflektierten Wahrnehmung eigener Belastungsgrenzen. Die regel­mäßige Teilnahme von Führungskräften an acht­sam­keits­basierten Programmen der betrieblichen Ge­sund­heits­förderung wirkt nicht nur individuell gesundheitsfördernd, sondern entfaltet auch eine erhebliche organisationale Signalwirkung. Sie trägt zur Etablierung einer gesundheitsorientierten Führungskultur bei, reduziert die Stigmatisierung psychischer Belastungen und festigt das Vertrauen der Mitarbeitenden in den Stellenwert der betrieblichen Gesundheitsförderung sowie in die grundlegende Bedeutung psychohygienischer Maßnahmen [1][8][16][17][23].

Zentral ist hierbei die Fragestellung, in welchem Maß achtsamkeitsbasierte Trainingsmaßnahmen – insbesondere bei einer verbindlichen Einbindung von Führungskräften – dazu beitragen können, die personelle Einsatzbereitschaft zu erhöhen, die Psychohygiene zu fördern und stressbedingten Beeinträchtigungen präventiv entgegenzuwirken.

Darüber hinaus wird diskutiert, inwieweit Achtsamkeit im Kontext zunehmender, mehrdimensionaler Krisen und hybrider Bedrohungslagen als strategisch relevantes Instrument und zugleich als strategische Kompetenz verstanden werden kann [1][10][16][17]. In diesem Sinne ist Achtsamkeit nicht nur als gesundheitsfördernde Praxis zu betrachten, sondern auch als integraler Bestandteil moderner militärischer Führungs- und Einsatzkompetenz. Achtsamkeitsbasierte Trainings für Führungskräfte zielen darauf ab, deren Entscheidungsfähigkeit und emotionale Selbstregulation zu stärken und dadurch einen adaptiveren und resilienteren Führungsansatz in der gesamten Organisation zu fördern [17]. Die bewusste Vorbildfunktion von Führungskräften bei der regelmäßigen Teilnahme an Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung erweist sich dabei als zentraler Hebel zur nachhaltigen Organisationsresilienz und gesundheitsfördernden Führungskultur der Streitkräfte [5][16].

MBSR: Mindfulness-Based Stress Reduction

Bei MBSR handelt es sich um ein standardisiertes Programm, das über acht Wochen läuft und wöchentliche Gruppensitzungen sowie tägliche individuelle Übungseinheiten umfasst. Das Programm beinhaltet formale Praktiken wie Atemtechniken, achtsame Bewegung (Yoga), Body-Scan sowie Sitz- und Gehmeditation, die darauf abzielen, die Selbstwahrnehmung und Emotionsregulation im Alltag nachhaltig zu verbessern [14][29].

MBSR hat sich seit den späten 1970er-Jahren als wirksame Methode zur Reduktion von Stress, Schmerzen und emotionaler Dysregulation etabliert [9][14]. Metaanalysen belegen konsistente Effekte auf psychisches und physisches Wohlbefinden [12][19][21]. Ebenso konnten signifikante Effekte auf Depressionen, Angst, Stress, Schlafqualität und emotionale Regulation nachgewiesen werden. Neben der Reduktion negativer Affekte zeigte sich eine Verbesserung der Aufmerksamkeitssteuerung, des Arbeitsgedächtnisses und der psychophysiologischen Selbstregulation [13][26][29][30].

Neurowissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass durch Achtsamkeitspraxis strukturelle Veränderungen in Gehirnregionen auftreten, die an der Emotionsregulation, der Selbstwahrnehmung und den Lernprozessen beteiligt sind [11]. Bildgebende Verfahren zeigen zudem eine verbesserte funktionale Verbindung zwischen dem präfrontalen Kortex und der Amygdala, die mit einer geringeren emotionalen Reaktionsneigung einhergeht [15].

Die Wirksamkeit von durch MBSR erlernter Achtsamkeit beruht auf neurobiologischer Plastizität. Studien zeigen, dass regelmäßige Praxis die Aktivität im linken präfrontalen Kortex erhöht und die Reaktivität der Amygdala gegenüber Stressreizen senkt [11][26][29]. Diese Veränderungen gelten als Marker für positive Affekte, adaptive Emotionsregulation und verbesserte Stressverarbeitung. Davidson et al. [6] berichteten zudem Veränderungen der Immunantwort nach einer Grippeimpfung im Zusammenhang mit einem Achtsamkeitstraining.

Im klinischen Bereich wurde MBSR im Rahmen einer achtsamkeitsbasierten kognitiven Therapie (MBCT – Mindfulness-Based Cognitive Therapy) eingesetzt. Klinische Studien belegen die Wirksamkeit dieses achtsamkeitsbasierten Verfahrens sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich. In einer randomisierten kontrollierten Studie mit 424 Teilnehmenden zeigte sich hinsichtlich der Rückfallprävention über 24 Monate kein signifikanter Unterschied zwischen MBCT und einer fortgesetzten medikamentösen Erhaltungstherapie [18].

MBSR und MBCT im militärischen Kontext

Achtsamkeit wird auch im militärischen Bereich zunehmend als evidenzbasiertes Verfahren zur Förderung der psychischen Gesundheit, der Leistungsfähigkeit und der Resilienz anerkannt. Dies wird beispielsweise innerhalb der Allianz durch den NATO-Bericht „Integrative Medicine Interventions for Military Personnel“ hervorgehoben, der das standardisierte achtwöchige MBSR-Programm als säkulares Trainingskonzept beschreibt, das Soldatinnen und Soldaten dabei unterstützt, Bewusstheit, Selbststeuerung und Resilienz zu entwickeln [30]. Der Bericht benennt hierzu militärische Anwendungsfelder wie chronische Schmerzen, posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) und einsatzbedingten Stress. Er empfiehlt die Integration achtsamkeitsbasierter Trainingsprogramme in die Streitkräfte als präventive und rehabilitative Maßnahmen zur Leistungssteigerung und zur Stärkung der kollektiven Verteidigungsfähigkeit [30]. Die empirische Evidenz zeigt, dass achtsamkeitsbasierte Interventionen bei Veteraninnen und Veteranen zur Reduktion von PTBS- und Depressionssymptomen beitragen können [19][24].

Seit zwei Jahrzehnten integrieren internationale Streitkräfte in der Einsatzvorbereitung erfolgreich achtsamkeitsbasierte Trainingsprogramme auf Grundlage des standardisierten MBSR-Ansatzes in Kombination mit körperlichem Fitnesstraining. Tabelle 1 gibt einen Überblick über die jeweiligen digitalen Präsenzen.

Tab. 1: Digitale Präsenz beschriebener Achtsamkeitsprogramme

Anmerkungen: UK – Vereinigtes Königreich; URL – frei zugängliche Ressourcen der Programme

Beispiele für die Implementierung von Achtsamkeitstraining bei internationalen Streitkräften

Internationale Implementierungsbeispiele zeigen, dass Achtsamkeit zunehmend als evidenzbasiertes, strategisches Instrument verstanden wird. Sie trägt maßgeblich zur Förderung individueller Leistungsfähigkeit, kollektiver Resilienz und nachhaltiger Einsatzbereitschaft bei und ist zugleich ein integraler Bestandteil moderner Führungs- und Ausbildungskonzepte.

Bereits im Jahr 2008 berichteten die Streitkräfte der Vereinigten Staaten von Amerika über Evidenz für die Wirksamkeit des Mindfulness-Based Mind Fitness Training (MMFT) zur Stabilisierung der kognitiven Leistungsfähigkeit sowie der Psychohygiene unter Einsatzbedingungen [25]. Dabei wurden signifikante Verbesserungen der Aufmerksamkeit, des Arbeitsgedächtnisses und der Emotionsregulation sowie eine Verringerung stressbedingter Symptome nachgewiesen [25]. Achtsamkeit ist mittlerweile fest im ganzheitlichen Gesundheitskonzept Holistic Health and Fitness (H2F) verankert und gilt dort als essenzielle Grundlage für Präsenz, Leistungsfähigkeit und Resilienz [8][12].

In Kanada ist das Programm Road to Mental Readiness (R2MR) über die gesamte Laufbahn hinweg in die Aus- und Weiterbildung der Streitkräfte integriert [9]. Achtsamkeit wird hierbei als zentrale Komponente der emotionalen Intelligenz verstanden und fördert nachweislich Stressreduktion, kognitive Leistungsfähigkeit, Teamkohäsion sowie konstruktive Konfliktlösungsstrategien. Entsprechend wird sie als strategisch relevantes Instrument zur Sicherung der operativen Einsatzfähigkeit bewertet [21].

Auch im Vereinigten Königreich ist Achtsamkeit frühzeitig in die militärische Ausbildung integriert [2][5]. Das Mental Resilience Training (MRT) fokussiert Emotionsregulation, Stressbewältigung und mentales Training und wurde auf Grundlage positiver Evaluationsergebnisse kontinuierlich weiterentwickelt [5]. Das daraus hervorgegangene Team Mindfulness Training (TMT) verbindet individuelle Achtsamkeitskompetenzen mit kollektiven Fähigkeiten und wird sowohl flächendeckend als auch gezielt in der Führungskräfteentwicklung eingesetzt [5]. Achtsamkeit gilt hier als strategischer Leistungsfaktor moderner Streitkräfte.

In Australien liefert die LASER-Resilience-Studie eine umfassende Längsschnittperspektive auf die psychische Gesundheit über den militärischen Lebenszyklus hinweg [7]. Die Ergebnisse zeigen überwiegend stabile Resilienzverläufe, identifizieren zugleich spezifische Risiko- und Schutzfaktoren. Darauf aufbauend wurden achtsamkeitsbasierte Programme wie Battle SMART und High Res SMART entwickelt, die fest in Ausbildung, Prävention und Betreuung integriert sind.

Die Streitkräfte Neuseelands nutzen Achtsamkeit insbesondere als niedrigschwellige präventive Maßnahme zur Förderung der Arbeits- und Lebensqualität. Praxisnahe Übungen wie bewusstes Atmen, kurze achtsame Pausen und strukturierte Routinen zielen darauf ab, Stress zu reduzieren und die Resilienz zu stärken [22]. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung von Selbstwirksamkeit, mentaler Präsenz und nachhaltigem Wohlbefinden innerhalb der Organisation.

Betriebliche Gesundheitsförderung der ­Bundeswehr

Seit 2013 wird das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung als wesentlicher Bestandteil der Dienst- und Arbeitsfähigkeit verstanden. Seine Grundlagen bilden das Präventionskonzept der Bundesregierung [4], das Präventionsgesetz (PrävG vom 18. Juni 2015) sowie die Eckpunkte des Ressortarbeitskreises Gesundheitsmanagement des Bundesministeriums des Inneren. Diese Vorgaben wurden 2024 in der Allgemeinen Regelung A-849/1 für den Geschäftsbereich BMVg zusammengeführt und verbindlich festgelegt [3].

Im Rahmen einer zivil-militärischen Kooperation wurde in den Jahren 2014–2015 ein Pilotprojekt initiiert, das nach der Erprobungsphase von den beiden Universitäten der Bundeswehr weiterentwickelt wurde. Im Anschluss daran entstand im Rahmen eines BGM-Forschungsprojekts ein umfassendes, modularisiertes Programm, für das sowohl eine zivile als auch eine militärspezifische Version konzipiert und manualisiert wurden: Das Stärken- und Ressourcentraining, ein Gruppentraining zur Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz [16]. Das Stärken- und Ressourcentraining knüpft an die im Rahmen des BGM definierten Handlungsfelder Stressprävention, Bewegung, Ernährung und Suchtprävention an. Das Manual betont neben der strukturellen Verankerung gesundheitsförderlicher Maßnahmen ausdrücklich die zentrale Bedeutung der Vorbildfunktion von Führungskräften. Durch ihre aktive und regelmäßige Teilnahme an entsprechenden Trainings sowie durch gesundheitsorientiertes Führungsverhalten tragen Führungskräfte maßgeblich zur Akzeptanz, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Gesundheitsförderung bei. Ihr Vorbildverhalten wirkt dabei als kultureller Verstärker, der gesundheitsbewusstes Handeln legitimiert, Motivation fördert und die Nutzung präventiver Angebote auf individueller und organisationaler Ebene signifikant erhöht [16]. Ergänzend wurde eine Train-the-Trainer-Ausbildung zur flächendeckenden Implementierung entwickelt, erfolgreich erprobt und evaluiert (vgl. Tabelle 1).

Die Wirksamkeit des achtsamkeitsbasierten Stärken- und Ressourcentrainings wurde in drei Studien umfassend belegt, die positive Effekte auf die psychische Gesundheit, die Resilienz und die physiologischen Gesundheitsindikatoren nachweisen [16][17].

Das vom Stärken- und Ressourcentraining abgeleitete Kronshagener Reha-Training kombiniert achtsamkeits- und ressourcenorientierte Ansätze und belegt seine erfolgreiche Anwendung im klinischen Kontext [27].

Herausforderung: Organisatorischer Kulturwandel

Die größte Herausforderung für eine nachhaltige Implementierung einer gesundheitsfördernden Führungskultur besteht derzeit indes darin, Achtsamkeit nicht ausschließlich top-down, sondern zugleich bottom-up – im Sinne einer Graswurzelbewegung – zu verankern und auf diese Weise einen dauerhaften organisationalen Kulturwandel zu fördern. Ansätze einer solchen Verankerung finden sich bereits in verschiedenen Bereichen der Bundeswehr. Zu den bestehenden Graswurzelinitiativen zählen insbesondere:

  • Bildungszentrum der Bundeswehr (BiZBw): Sowohl in Fortbildungsmaßnahmen als auch in Führungslehrgängen des Bildungszentrums der Bundeswehr integriert Martin Sander Atemtechniken, Yogaübungen und verschiedene Meditationsformen zur Psychohygiene und Förderung der mentalen Gesundheit. Seine Lehrgänge zur Psychohygiene haben sich insbesondere im Sozialdienst der Bundeswehr etabliert.
  • Campus Mannheim (BiZBw – Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung, FB BWV): Als Bestandteil des regulären wöchentlichen Programms der Betrieblichen Gesundheitsförderung auf dem Campus Mannheim führt Anastassiya Hör regelmäßig ein achtsamkeitsbasiertes Body-Scan-Präsenztraining durch.
  • BMVg Bonn: Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) des BMVg in Bonn bietet ein- bis zweimal jährlich einen modular aufgebauten, fünfwöchigen MBSR-Workshop an.
  • Sanitätszentrum Idar-Oberstein: Dort wurde eine skalierbare BGM-Multiplikator:innen-Ausbildung entwickelt und erfolgreich erprobt. Das Konzept wurde inzwischen auf drei weitere Dienststellen übertragen und dort erfolgreich umgesetzt, unter anderem beim Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw).
  • Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw): Mit dem elektronischen Arbeitsheft „Jahresrückblick 2025“, das flächendeckend im gesamten Geschäftsbereich des BMVg verbreitet wurde, stellte der Psychologische Dienst des BAIUDBw eine strukturierte Selbstfürsorgemaßnahme zur Förderung von Reflexion, Selbstregulation und Psychohygiene bereit. Die organisationsweite Verbreitung des Arbeitshefts setzte zugleich ein organisationskulturelles Signal für die zunehmende Bedeutung präventiver Gesundheitskompetenz innerhalb der Bundeswehr.

Fazit

Zusammenfassend gewinnen komplementäre und alternative Medizinverfahren (CAM) innerhalb der NATO zunehmend an Bedeutung für die Förderung von Resilienz, Gesundheit und kollektiver Verteidigungsfähigkeit. Die nachhaltige Integration achtsamkeitsbasierter Ansätze setzt jedoch voraus, dass Führungskräfte diese Maßnahmen aktiv unterstützen und als Vorbilder vorleben. Nur so können sie zu einem anerkannten Bestandteil einer gesundheitsorientierten Führungs- und Organisationskultur werden.

Empirische Befunde belegen, dass regelmäßige Achtsamkeitspraxis die Leistungsfähigkeit unter Stress, die Anpassungsfähigkeit an rasche Veränderungen und an Unsicherheit sowie die psychophysiologische Erholung verbessert. Diese Effekte bleiben auch unter fortlaufender Belastung stabil und unterstützen sowohl die innere Stabilität als auch die funktionale Einsatzfähigkeit von Soldatinnen und Soldaten. Führungskräfte, die Achtsamkeit sichtbar praktizieren, verstärken diese Effekte auf organisationaler Ebene, indem sie gesundheitsorientiertes Verhalten normativ verankern und Stigmatisierungen im Umgang mit psychischer Belastung abbauen.

Vor dem Hintergrund geopolitischer Unsicherheiten, der strategischen Neuausrichtung der Bundeswehr auf Landes- und Bündnisverteidigung, des demographischen Wandels und des zunehmenden Wettbewerbs um qualifiziertes Personal gewinnt die Förderung von Resilienz und kognitiver Leistungsfähigkeit weiter an Relevanz. Achtsamkeitstraining bietet in diesem Kontext ein wissenschaftlich fundiertes und praxiserprobtes Instrument, um individuelle Ressourcen zu stärken und die Einsatzbereitschaft langfristig zu sichern. Die Vorbildfunktion der Führungskräfte wirkt hierbei als entscheidender Hebel für Akzeptanz, Teilnahmebereitschaft und Nachhaltigkeit entsprechender Programme.

Neben der emotionalen Regulation können achtsamkeitsbasierte Trainingsprogramme Aufmerksamkeit und Selbststeuerung fördern und dadurch zu reflektierteren Entscheidungsprozessen auch unter Belastung bei­tragen. Achtsamkeit ist dabei nicht als passives Ent­spannungsverfahren zu verstehen, sondern als aktives kognitives Leistungstraining, das insbesondere die Führungsfähigkeit in militärischen Organisationen stärkt. Führungskräfte profitieren hierbei doppelt: durch verbesserte Selbstregulation und eine höhere Qualität ihrer Entscheidungs- und Führungsprozesse unter Druck.

Die empirische Evidenz der vergangenen Jahrzehnte ebenso wie die Anwendungserfahrungen internationaler Streitkräfte zeigen, dass die konsequente Integration evidenzbasierter CAM-Methoden – unter besonderer Berücksichtigung der Vorbildfunktion von Führungskräften – einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Gesundheitsversorgung der Streitkräfte leistet und deren Einsatz- und Verteidigungsfähigkeit langfristig stärkt.

 


Kernbotschaft

  • Achtsamkeit fördert unter Belastung grundlegende psychische Funktionen wie Aufmerksamkeit, Emotionsregulation und psychische Widerstandsfähigkeit und unterstützt dadurch die Entscheidungsqualität.
  • Achtsamkeitsbasierte Ausbildung ist ein wissenschaftlich fundiertes und wirksames Instrument zur nachhaltigen Stärkung von Resilienz sowie der Leistungs- und Funktionsfähigkeit im militärischen Kontext.
  • Achtsamkeit ist eine trainierbare Führungs- und Selbstregulationskompetenz, die die individuelle und kollektive Einsatzbereitschaft unmittelbar unterstützt.
  • Militärische Führungskräfte stärken durch eine glaubwürdig vorgelebte Achtsamkeit eine gesundheitsorientierte Führungskultur sowie Vertrauen und Teamkohäsion.
  • Die systematische Integration achtsamkeitsbasierter Ausbildungsinhalte in Führungsausbildung und Gesundheitsförderung kann die Operational Readiness und die langfristige Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr nachhaltig stärken.

Literatur

  1. Bartone PT. Resilience under military operational stress: can leaders influence hardiness? Mil Psychol 2006; 18(Suppl 1):S131–S148. mehr lesen
  2. British Army. Mindfulness – Bringing your mind and body together [Internet].Britsch Army ohne Datum.[letzter Zugriff: 2. August 2026];verfügbar unter: https://www.army.mod.uk/support-and-training/health-performance-and-wellbeing/mindfulness-course/. mehr lesen
  3. Bundesministerium der Verteidigung. Allgemeine Regelung A-849/1 – Betriebliches Gesundheitsmanagement. Bonn: Bundesministerium der Verteidigung; Dezember 2024.
  4. Bundesministerium der Verteidigung. Präventionskonzept des Bundesministeriums der Verteidigung. Bonn: Bundesministerium der Verteidigung; 2013.
  5. Carter A, Mortlock JM. Mindfulness in the military: improving mental fitness in the UK Armed Forces using next generation team mindfulness training. Institute for Employment Studies Report [Internet]. IES 2019.[letzter Zugriff: 2. August 2026];verfügbar unter: https://www.employment-studies.co.uk/system/files/resources/files/IES_MoD_mindfulness_report-525.pdf. mehr lesen
  6. Davidson RJ, Kabat-Zinn J, Schumacher J, et al. Alterations in brain and immune function produced by mindfulness meditation. Psychosom Med 2003; 65(4):564–570. mehr lesen
  7. Dell L, Fredrickson J, Cowlishaw S, et al. LASER-Resilience – Patterns and predictors of wellbeing. Phoenix Australia Report for Australian Department of Defence [Internet].Australian Government Defence 2019.[letzter Zugriff: 2. August 2026];verfügbar unter: https://www.defence.gov.au/defence-activities/research-innovation/research-projects/longitudinal-adf-study-evaluating-resilience. mehr lesen
  8. Department of the Army. FM 7-22 – Holistic Health and Fitness [Internet].Department of the Army 2020.[letzter Zugriff: 22. August 2026];verfügbar unter: https://armypubs.army.mil/ProductMaps/PubForm/Details_Printer.aspx?PUB_ID=1020968. mehr lesen
  9. Government of Canada. The Road to Mental Readiness (R2MR) [Internet].Government of Canada 2025.[letzter Zugrif: 2. August 2026];verfügbar unter: https://www.canada.ca/en/department-national-defence/services/benefits-military/health-support/road-to-mental-readiness.html. mehr lesen
  10. Hoge CW, Auchterlonie JL, Milliken CS. Mental health problems, use of mental health services, and attrition from military service after returning from deployment to Iraq or Afghanistan. JAMA 2006;295(9):1023–1032. mehr lesen
  11. Hölzel BK, Carmody J, Vangel M, et al. Mindfulness practice leads to increases in regional brain gray matter density. Psychiatry Res Neuroimaging 2011;191(1):36–43. mehr lesen
  12. Jha AP, Izaguirre MK, Adler AB. Mindfulness training in military settings: emerging evidence and best-practice guidance. Curr Psychiatry Rep 2025; 27(5):393–407. mehr lesen
  13. Jha AP, Morrison AB, Dainer-Best J, Parker SC, Rostrup N, Stanley EA. Mindfulness training modifies subsystems of attention. Cogn Affect Behav Neurosci 2015;15(2):329–339. mehr lesen
  14. Kabat-Zinn J. An outpatient program in behavioral medicine for chronic pain patients based on the practice of mindfulness meditation. Gen Hosp Psychiatry 1982;4:33–47. mehr lesen
  15. King AP, Block SR, Sripada RK, et al. Altered default mode network connectivity following mindfulness-based exposure therapy for PTSD in combat veterans. Depress Anxiety 2016;33(4):289–299. mehr lesen
  16. Krick A, Felfe J, Renner KH. Stärken- und Ressourcentraining. Ein Gruppentraining zur Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz. Göttingen: Hogrefe; 2018.
  17. Krick A, Felfe J. Die gesundheitsförderliche Selbstführungskompetenz – das Stärken- und Ressourcentraining. Organisationsberat Superv Coach 2020;27:51–64. mehr lesen
  18. Kuyken W, Hayes R, Barrett B, et al. Effectiveness and cost-effectiveness of mindfulness-based cognitive therapy compared with maintenance antidepressant treatment. Lancet 2015;386:63–73. mehr lesen
  19. Li WW, Nannestad J, Leow T, Heward C. The effectiveness of mindfulness-based stress reduction on depression, PTSD, and mindfulness among military veterans: a systematic review and meta-analysis. Health Psychol Open. 2024 Nov 21;11:20551029241302969 mehr lesen
  20. Litz BT, Stein N, Delaney E, et al. Moral injury and moral repair in war veterans: a preliminary model and intervention strategy. Clin Psychol Rev 2009;29(8):695–706. mehr lesen
  21. Michaud C. Mindfulness training – A key enabler to increase Canadian Army’s resilience and its ability to apply land power. Canadian Forces College Report [Internet].CFC 2018.[letzter Zugriff 2. August 2026];verfügbar unter: https://www.cfc.forces.gc.ca/259/290/405/192/michaud.pdf. mehr lesen
  22. New Zealand Defence Force. Practicing mindfulness. Defence Health Hub – Your Health [Internet].NZ Defence Force ohne Datum.[letzter Zugriff: 2.August 2026];verfügbar unter: https://health.nzdf.mil.nz/your-health/mind/mind-toolkit/practicing-mindfulness. mehr lesen
  23. Pipe TB, Bortz JJ, Dueck A, Pendergast D, Buchda V, Summers J. Nurse leader mindfulness meditation program for stress management: a randomized controlled trial. J Nurs Adm 2009;39(3):130–137. mehr lesen
  24. Polusny MA, Erbes CR, Thuras P, et al. Mindfulness-based stress reduction for PTSD among veterans: a randomized clinical trial. JAMA 2015;314(5):456–465. mehr lesen
  25. Stanley EA, Jha AP. Mind Fitness: improving operational effectiveness and building warrior resilience. Joint Force Q 2009;55:144–151. mehr lesen
  26. Tang YY, Hölzel BK, Posner MI. The neuroscience of mindfulness meditation. Nat Rev Neurosci 2015;16(4):213–225. mehr lesen
  27. Thun-Blasche V, Vetter S, Krick A. Kronshagener Reha-Training – ein essenzieller Beitrag zur Verbesserung der personellen Einsatzbereitschaft. WMM 2024;68(3):74–82. mehr lesen
  28. Weltgesundheitsorganisation. The mandate for health literacy [Internet].WHO ohne Datum.[letzter Zugriff 2. August 2026];verfügbar unter: https://www.who.int/teams/health-promotion/enhanced-wellbeing/ninth-global-conference/health-literacy. mehr lesen
  29. Zainal NH, Newman MG. Mindfulness enhances cognitive functioning: a meta-analysis of 111 randomized controlled trials. Health Psychol Rev 2023;17(4):633–653. mehr lesen
  30. Zimmermann FF. Mindfulness-based practices as a resource for health and well-being. In: Integrative Medicine Interventions for Military Personnel (STO-TR-HFM-195). NATO Science and Technology Organization 2017:7-1–7-17. mehr lesen

Manuskriptdaten

Zitierweise

Hör A, Sander M, Becker HP. Resilienz, Führung und Achtsamkeit: Betriebliche Gesundheitsförderung als zentrales Element der kollektiven Verteidigungsfähigkeit. WMM 2026;70(10):473-478.

DOI: https://doi.org/10.48701/opus4-976

Für die Verfasser

Regierungsdirektorin Dr. Anastassiya Hör

Fachbereich Bundeswehrverwaltung

Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung

Seckenheimer Landstr. 12, 68163 Mannheim

E-Mail: anastassiya.hoer@hsbund-fbbwv.de

Manuscript Data

Citation

Hör A, Sander M, Becker HP. [Resilience, Leadership, and Mindfulness: Occupational Health Promotion as a Core Element of Collective Defense Capability].WMM 2026;70(10):473-478.

DOI: https://doi.org/10.48701/opus4-976

For the Authors

Senior Government Official Director Dr. Anastassiya Hör

Bundeswehr Administration Department

Federal University of Applied Administrative Sciences

Seckenheimer Landstr. 12, D-68163 Mannheim

E-Mail: anastassiya.hoer@hsbund-fbbwv.de

Weiterführende Quellen zu

Hör A, Sander M, Becker HP. Resilienz, Führung und Achtsamkeit: Betriebliche Gesundheitsförderung als zentrales Element der kollektiven Verteidigungsfähigkeit. WMM 2026;70(10):473-478.

Johnson DC, Thom NJ, Stanley EA et al. Modifying resilience mechanisms in at-risk individuals: a controlled study of mindfulness training in Marines preparing for deployment. Am J Psychiatry. 2014;171(8):844-53.

Die Studie mit 281 US-Marines zeigte, dass das achtwöchige Mindfulness-Based Mind Fitness Training (MMFT) im Vergleich zum regulären Training mit einer schnelleren physiologischen Erholung nach einer militärischen Stressbelastung einherging, insbesondere hinsichtlich Herz- und Atemfrequenz sowie stressbezogener Biomarker. Zudem zeigten sich Veränderungen der Aktivität in stressrelevanten Hirnregionen, was darauf hindeutet, dass MMFT die Stressregulation und Resilienzmechanismen bereits vor einem Einsatz positiv beeinflussen kann.

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4458258/

Thompson AG, Subedi M, Morrow AE, Smith CL, Bigelman KA. Evaluating the Return on Investment of U.S. Army Holistic Health and Fitness Performance Teams: A Matched Difference-in-Differences Study of Readiness and Economic Outcomes. Sports Med. 2026;56(7):1801-1831.

Die Evaluation umfasste 56 gematchte aktive Brigaden (28 H2F-Brigaden und 28 Kontrollbrigaden) mit insgesamt über 1 Mio. Soldatinnen/Soldaten und zeigte Verbesserungen verschiedener Indikatoren der Einsatzbereitschaft, darunter Verletzungen sowie körperliche und militärische Leistungsparameter. Darüber hinaus ergab die gesundheitsökonomische Analyse einen geschätzten Gegenwert von 8,15 US-Dollar je investiertem US-Dollar, was auf eine hohe wirtschaftliche Effizienz der H2F Performance Teams hinweist.

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC13388362/

Fikretoglu D, Liu A, Nazarov A, Blackler K. A group randomized control trial to test the efficacy of the Road to Mental Readiness (R2MR) program among Canadian military recruits. BMC Psychiatry. 2019;19(1):326.

Die gruppenrandomisierte kontrollierte Studie mit N = 2.831 kanadischen Rekrutinnen/Rekruten aus 65 Platoons zeigte keine positiven Effekte auf psychische Funktionsfähigkeit, Resilienz oder militärische Leistung; Verbesserungen bei Einstellungen und Verhaltensintentionen zur Inanspruchnahme psychischer Gesundheitsversorgung waren gering oder nahmen im Zeitverlauf ab. Die Wirksamkeit hing zudem deutlich von der Implementierungsqualität und dem organisationalen Kontext ab, wobei bei geringer Umsetzungstreue teilweise sogar ungünstige Effekte beobachtet wurden.

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6819517/

Tobias Mortlock J, Carter A, Querstret D. Extending the Transformative Potential of Mindfulness Through Team Mindfulness Training, Integrating Individual With Collective Mindfulness, in a High-Stress Military Setting. Front Psychol. 2022;13:867110.

Die zweiphasige Pilotstudie umfasste n = 23 Offizieranwärterinnen/-anwärtern der British Army (Studie 1) sowie n = 105 Offizieranwärterinnen/-anwärtern der Royal Navy (Studie 2) und zeigte, dass TMT hinsichtlich individueller Stressbewältigung mindestens vergleichbare Effekte wie ein angepasstes MBSR-Training erzielte. Insbesondere die qualitativen Ergebnisse weisen darauf hin, dass TMT darüber hinaus die kollektive Stressbewältigung und den Aufbau gemeinsamer achtsamkeitsbezogener Kompetenzen im Team fördern kann.

https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9282162/

 

Resilienztraining PDF

Psychologische Einsatzbereitschaft stärken:
Implementierung eines Operativen Resilienztrainings in die Einsatzausbildung der Deutschen Marine

Strengthening Psychological Readiness: Implementing Operational Resilience into German Navy Predeployment Training

Andrea Milbrodta

a Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr Marine, Neustadt in Holstein

Zusammenfassung

Moderne militärische Einsätze verlangen neben taktischer, fachlicher und körperlicher Vorbereitung zunehmend eine gezielte psychologische Einsatzbereitschaft (Psychological Readiness). Der Beitrag beschreibt die Entwicklung, Implementierung und das didaktische Konzept eines Operativen Resilienztrainings (ORT), das am Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr Marine in die Einsatzausbildung integriert wurde.

Ausgehend von einem international entwickelten Trainingsansatz und Erfahrungen aus der Operation EUNAVFOR ASPIDES wurde ein rund dreieinhalbstündiges Format entwickelt und unmittelbar vor der einsatznahen praktischen Ausbildung in das Führungsseminar eingebunden. Zielgruppe sind die Command Teams der auszubildenden Einheiten, da Führungskräfte sowohl ihre eigene Einsatzbereitschaft als auch die Handlungsfähigkeit ihrer Besatzungen prägen.

Das didaktische Rückgrat ist das Mental Health Continuum als gemeinsames Modell für Selbstwahrnehmung, Kameradenbeobachtung und Führung unter Belastung. Resilienz wird dabei nicht als Selbstzweck verstanden, sondern als Voraussetzung für den Erhalt von Führungs-, Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit. Die ersten Erfahrungen aus mehreren Durchgängen sind – auch dank der positiven Resonanz der teilnehmenden Führungskräfte – vielversprechend. Eine wissenschaftliche Evaluation steht noch aus. Der Beitrag zeigt, wie psychologische Einsatzbereitschaft als fester Bestandteil der militärischen Ausbildung verankert werden kann.

Schlüsselwörter: Resilienz; operatives Resilienztraining; psychologische Einsatzbereitschaft; Selbstregulation; Einsatzausbildung; Führung

Summary

Modern military operations increasingly require deliberate psychological readiness alongside tactical, professional, and physical preparation. This article describes development, implementation, and didactic concept of Operational Resilience Training (ORT), which was integrated into pre-deployment training at the German Navy Damage Control Training Centre.

Building on an internationally developed training approach and experience gained during Operation EUNAVFOR ASPIDES, a training format of approximately three and a half hours was developed and integrated into the leadership seminar immediately preceding realistic hands-on training. The target group comprises the command teams of the units under training, as leaders shape both their own readiness and their crews’ operational capability. The Mental Health Continuum serves as the didactic backbone, providing a shared model for self-monitoring, peer observation, and leadership under stress.

Resilience is conceived not as an end in itself but as a prerequisite for maintaining the capacity to lead, decide, and act under pressure. Initial experience across several iterations is encouraging, and acceptance among participating leaders is high. A scientific evaluation is still pending. The article outlines how psychological readiness can be integrated into military training.

Keywords: resilience; operational resilience training; psychological readiness; self-regulation; predeployment training; leadership

Einleitung und Hintergrund

Moderne militärische Einsätze stellen Soldatinnen und Soldaten1 vor komplexe psychische und physische Anforderungen. Hohe Arbeitsdichte, Zeitdruck, Schlafmangel, unvollständige Informationen, dynamische Bedrohungslagen, die Verantwortung für Personal, Material und Auftrag sowie die monatelange Trennung von Familie und dem gewohnten sozialen Umfeld bei eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten prägen den Einsatzalltag. Die Fähigkeit, unter diesen Bedingungen auf hohem Niveau handlungs-, entscheidungs- und führungsfähig zu bleiben, ist von äußerster Bedeutung.

Diese Fähigkeit stützt sich auf mehrere Dimensionen. Während die taktische, fachliche und körperliche Ausbildung bereits auf hohem Niveau steht, hat die psychologische Dimension das Potenzial, das Zusammenwirken der Dimensionen weiter zu verbessern. Das explizite Verständnis der psychologischen Mechanismen, die Leistung unter Belastung tragen, wächst ebenso wie das Wissen über das Potenzial ihrer gezielten Entwicklung – und damit auch ihre systematische Zugänglichkeit. Sie lässt sich strukturiert ausbilden und stellt ein bislang wenig systematisch erschlossenes Potenzialfeld dar. Ihre gezielte Entwicklung folgt damit nicht der Korrektur eines Versäumnisses, sondern dem Anspruch, eine bereits hohe Leistungsfähigkeit weiter zu steigern.

Steigerung der operativen Leistungsfähigkeit

Der Begriff der Resilienz wird häufig mit psychischer Widerstandsfähigkeit oder mit der Prävention psychischer Erkrankungen in Verbindung gebracht. Im militärischen Kontext greift dieses Verständnis zu kurz. Resilienz umfasst hier insbesondere die Fähigkeit, unter operativer Belastung die eigene Funktionsfähigkeit aufrechtzuerhalten, sich flexibel an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen und nach Belastungsphasen zielgerichtet zu regenerieren. Sie ist damit kein statischer Zustand, sondern ein dynamischer Anpassungsprozess [13][18] und lässt sich auf den Ebenen von Individuen, Teams und Organisationen betrachten [14][17]. Dieses Verständnis knüpft an den mehrdimensionalen Resilienzbegriff des Leitartikels dieser Ausgabe an [9].

Vor diesem Hintergrund leistet Resilienz einen wesentlichen Beitrag zur psychologischen Einsatzbereitschaft (Psychological Readiness) und stellt eine Voraussetzung für Führungs- und Handlungsfähigkeit unter Einsatzbedingungen dar. Resilienz ist somit kein Selbstzweck, sondern ein Mittel zum Erhalt und zur Steigerung der operativen Leistungsfähigkeit.

Prävention psychischer Belastungsfolgen

Davon zu unterscheiden ist ein zweiter, eigenständiger Begründungsstrang: die Prävention einsatzbedingter psychischer Belastungsfolgen. Die Belastungsfolgen von Auslandseinsätzen sind für die Bundeswehr gut dokumentiert [5][8][19]. Beide Stränge lassen sich über ein gemeinsames Repertoire an Fähigkeiten adressieren: Bereits das ursprüngliche Operational Resilience Training war so angelegt, dass die Fähigkeiten, die im Einsatz die Leistungs- und Handlungsfähigkeit unterstützen, nach dem Einsatz der Erholung und dem Erhalt der Einsatzbereitschaft dienen [1][11]. Ein Training, das Selbstregulation stärkt, kann so die Handlungsfähigkeit unter Belastung erhöhen und zugleich das Risiko dysfunktionaler Belastungsverläufe senken. Für den präventiven Nutzen mentalen Trainings bestehen zudem empirische Hinweise: Ein konsequentes, vorbereitendes Training kann dazu beitragen, das Risiko einsatzbedingter psychischer Verwundungen zu senken, wenngleich die Evidenzlage noch begrenzt ist [3]. Der vorliegende Beitrag rückt die leistungsbezogene Perspektive in den Vordergrund, ohne den präventiven Nutzen zu vernachlässigen.

Vom Konzept zur Realisierung

Während die konzeptionellen Grundlagen der Resilienz breit beschrieben sind, bleibt vielfach offen, wie Resilienz konkret in die militärische Ausbildung überführt werden kann. Genau hier setzt der vorliegende Beitrag an. Er beschreibt die Entwicklung, Implementierung, das didaktische Konzept sowie erste Erfahrungen mit einem operativen Resilienztraining (ORT), das am Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr Marine (EAZS M) in die Einsatzausbildung integriert wurde, und ordnet diesen Ausbildungsbaustein in die militärische Einsatzvorbereitung ein.

Herkunft und Zielsetzung des Operativen Resilienztrainings

Das Operative Resilienztraining entstand im Kontext des Krieges in der Ukraine. Auf Ersuchen der ukrainischen Streitkräfte nach Ausbildung mentaler Fähigkeiten – von denen sie sich taktische Vorteile erhofften – entwickelten die Joint Medical Services der norwegischen Streitkräfte gemeinsam mit dem Walter Reed Army Institute of Research (WRAIR) das Operational Resilience Training, zugeschnitten auf die Ausbildung ukrainischer Combat Medics [1][11][12]. Ziel war es, Sanitätskräfte an vorderster Front zu befähigen, akute Belastungsreaktionen zu erkennen und zu bewältigen sowie einfache, unmittelbar anwendbare Techniken der psychologischen Selbst- und Kameradenhilfe selbst anzuwenden und in ihre Einheiten zu tragen. Das Programm griff auf die langjährige Resilienzforschung des WRAIR zurück und verband individuelle mit teambezogenen Verfahren zur Stressbewältigung [1].

Inhaltlich sind die vermittelten Fähigkeiten entlang der Phasen Vorbereitung, Leistung und Erholung strukturiert und umfassen unter anderem bewusste Atmung, Aufmerksamkeitssteuerung, Grounding, kognitive Neubewertung und temporale Distanzierung. Sie werden zunächst strukturiert vermittelt, anschließend in Szenarien geübt und schließlich in realitätsnahe Einsatzübungen integriert, in denen Aufgabenbewältigung, Stressregulation und Teamkoordination gleichzeitig gefordert sind [1]. Anders als defizitorientierte Interventionen, die primär auf Symptomreduktion zielen, stärkt das Training die Fähigkeit von Individuum und Team, kognitive, emotionale und verhaltensbezogene Funktionsfähigkeit trotz Unsicherheit, Schlafmangel, hoher Arbeitslast und potenziell traumatischer Ereignisse aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen [1]. Das ursprüngliche Programm umfasste elf Module mit einem Zeitansatz von 2,5 Tagen.

Übertragung auf die deutsche Marine

Die Übertragung dieses Ansatzes auf die deutsche Marine geht auf die Autorin zurück. Als Stabsoffizierin mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung in der Deutschen Marine und mit Einsatzerfahrung aus sechs Auslandseinsätzen befasst sie sich wissenschaftlich mit psychologischer Resilienz, Selbstregulation, Führung und menschlicher Leistungsfähigkeit in Hochrisikokontexten und entwickelt evidenzinformierte Trainingsansätze zur Stärkung psychologischer Einsatzbereitschaft, Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit sowie nachhaltiger Leistungsfähigkeit unter Belastung. Diese Verbindung aus operativer Führungspraxis und wissenschaftlicher Fundierung ermöglicht es, die Anforderungen des Einsatzes mit den psychologischen Grundlagen der Leistungs-, Regulations- und Führungsfähigkeit zu verknüpfen.

Den Ausgangspunkt bildete die Warrior Care Conference im Vorfeld der Invictus Games 2023 (IG23) in Deutschland, für die die Autorin als Single Point of Contact (SPOC) für die Marine und im Protokoll eingesetzt war. Dort stellte Amy Adler (WRAIR) das Operative Resilienztraining vor. Die vermittelten Werkzeuge erwiesen sich als leicht erlernbar, im Krieg erprobt und an die Anforderungen der Marine anschlussfähig. Die Autorin nahm daraufhin Kontakt zu Amy Adler auf, erbat die Unterlagen sowie die Möglichkeit zur Ausbildung und wurde als erste Angehörige der Deutschen Marine im operativen Resilienztraining geschult.

Adaption im Einsatz: EUNAVFOR ASPIDES

Zur Anwendung kam das Training erstmals aus operativer Notwendigkeit während der Operation EUNAVFOR ASPIDES im Jahr 2024 an Bord der HNLMS Karel Doorman. Bereits während der operativen Einweisung im Operational Headquarter in Larissa wurde die psychologische Einsatzbereitschaft ausdrücklich als wesentlicher Erfolgsfaktor hervorgehoben; die Einsatzbedingungen waren durch eine dynamische Bedrohungslage, komplexe multinationale Führungsstrukturen, kurze Reaktionszeiten und hohe Unsicherheit gekennzeichnet. Da die psychologische Einsatzbereitschaft für die erfolgreiche Durchführung des Einsatzes benötigt wurde, verdichtete die Autorin das ursprünglich mehrtägige Programm auf ein etwa dreieinhalbstündiges Format, passte es an die konkreten Anforderungen an und führte es durch – erstmals für das maritime Führungsumfeld, während es zuvor auf die Ausbildung von Sanitätskräften ausgerichtet gewesen war. Teilnehmende berichteten, Techniken unmittelbar in belastenden Einsatzsituationen angewendet und damit konkrete Lagen besser bewältigt zu haben: Die Ausbildung wirkte sich auf die Führung von mehr als tausend Einsatzkräften aus. Damit erbrachte der Einsatz einen überzeugenden Proof of Concept. Eine systematische wissenschaftliche Evaluation erfolgte im Einsatz aufgrund der Gegebenheiten nicht.

Implementierung am Einsatzausbildungszentrum

Nach der Rückkehr aus dem Einsatz und der Versetzung an das Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr Marine (EAZS M) entstand die Überlegung, das Training dauerhaft in die Einsatzausbildung zu integrieren. Dafür waren folgende Fragen zu klären:

  • Welche Zielgruppe profitiert am stärksten?
  • Was ist angesichts knapper Ressourcen an Personal und Zeit möglich?
  • An welcher Stelle der Ausbildung ist eine Integration sinnvoll?
  • Welche Inhalte lassen sich im verfügbaren Zeitrahmen vermitteln?
  • Wie gelingt ein nachhaltiger Transfer in die praktische Ausbildung?

Die Entscheidung fiel auf die Einbindung in das Führungsseminar unmittelbar vor Beginn der einsatznahen praktischen Ausbildung.

Das Training richtet sich zunächst ausschließlich an die Command Teams der auszubildenden Einheiten. Dieser Entscheidung liegt eine systemische Wirkannahme zugrunde: Führungskräfte müssen nicht nur ihre eigene Einsatzbereitschaft aufrechterhalten, sondern beeinflussen durch Kommunikations-, Entscheidungs- und Führungsverhalten zugleich Orientierung, Belastung und Handlungsfähigkeit ihrer Besatzungen. Das Training zielt daher nicht primär auf isoliert gestärkte Einzelresilienz, sondern befähigt Führungskräfte, eigene Belastungsreaktionen früh zu erkennen, geeignete Selbstregulationsstrategien anzuwenden und ihre Führungsfähigkeit auch unter hoher Beanspruchung zu erhalten. Dies entspricht einem relationalen Resilienzverständnis, in dem personale Ressourcen erst im Zusammenspiel mit Team und Organisation wirken [9][14], sowie der Bedeutung von Führung als zentralem Hebel der Resilienzförderung [6][10].

Diese Fokussierung folgt der Annahme, dass Führungskräfte das Belastungs- und Leistungsklima ihrer Besatzung maßgeblich prägen. Das eigene Regulationsverhalten wirkt dabei als Modell und Bezugspunkt:

Wer die eigene Anspannung wahrnimmt und steuert, kann auch die Crew unter Belastung stabilisieren, Orientierung geben und deren Handlungsfähigkeit erhalten – eine Koregulation, die die individuelle Selbstregulation auf die Teamebene überträgt.

Das Befinden und das Verhalten von Führungskräften sind eng mit dem affektiven Befinden der Geführten verknüpft [16], und ein tragfähiger Zusammenhalt gilt als wesentlicher Schutzfaktor für die militärische psychische Gesundheit [2]. Die Command Teams sind damit der wirksamste Hebel, um die psychologische Einsatzbereitschaft in der gesamten Einheit unter Beachtung begrenzter Ausbildungsmittel zu verankern.

Ergebnisse: Trainingskonzept und erste ­Erfahrungen

Das aktuelle Training umfasst rund dreieinhalb Stunden und verfolgt vier Lernziele:

  • die Einordnung psychologischer Einsatzbereitschaft als Erfolgsfaktor militärischer Operationen,
  • das Erkennen eigener Belastungsreaktionen,
  • das Wahrnehmen früher Warnsignale bei sich und bei Kameraden sowie
  • die Anwendung ausgewählter Interventionen zum Erhalt von Handlungs-, Entscheidungs- und Führungsfähigkeit unter Belastung.

Es orientiert sich am ursprünglichen ORT, wurde jedoch hinsichtlich des Umfangs, der Zielgruppe und der didaktischen Schwerpunkte an die Rahmenbedingungen der Marine angepasst (Tabelle 1).

Tab. 1: Bausteine des operativen Resilienztrainings und ihre Zielsetzung

Das didaktische Rückgrat ist das Mental Health Continuum. Die hier genutzte, aus dem kanadischen Ursprungsmodell abgewandelte Version [4] bildet die psychische Verfassung entlang von fünf Zuständen ab:

  • optimal einsatzbereit,
  • einsatzbereit,
  • reagierend,
  • belastet und
  • kampfunfähig.

Es dient den Teilnehmenden als gemeinsames Modell zur Einordnung der eigenen Verfassung, zur Selbstbeobachtung und zur Wahrnehmung früher Warnsignale bei Kameraden und bildet zugleich einen gemeinsamen Bezugsrahmen für Kommunikation und Führung unter Belastung. Der Schwerpunkt liegt weniger auf Wissensvermittlung als auf praktisch anwendbaren Selbstregulationsstrategien, die unter Zeitdruck eingesetzt werden können; körpernahe Verfahren zur Wahrnehmung und Regulation innerer Zustände ergänzen die kognitiven Strategien [7].

Die Ausbildung ist in aufeinander aufbauende Schritte gegliedert: Auf eine theoretische Einführung folgt die Vermittlung der einzelnen Instrumente, die anschließend praktisch geübt werden – bewusst in genau den Zusammenarbeitsbeziehungen, in denen die Teilnehmenden später an Bord agieren. Bereits im Seminar werden dadurch konkrete Absprachen getroffen und eingeübt: wer wen unter Belastung wie anspricht und welche gemeinsamen Schlüsselbegriffe genutzt werden. So werden nicht nur individuelle Fähigkeiten trainiert, sondern auch die Zusammenarbeitsbeziehungen im Team unmittelbar gestärkt.

Ein besonderes Merkmal ist die Anbindung an die praktische Einsatzausbildung. Das Training folgt einer gestuften Logik, wie sie bereits das ursprüngliche Programm prägt: Im Führungsseminar werden die Grund­lagen vermittelt; anschließend besteht die Aufgabe darin, die Fähigkeiten zu erlernen, sich anzueignen und im eigenen Handeln wirksam werden zu lassen; schließlich werden sie in der einsatznahen See- und Einsatzausbildung am EAZS M unter realitätsnahen Bedingungen angewandt und beobachtet. Das Operative Resilienztraining ermöglicht damit trainierbare Selbst- und Koregulationsfähigkeiten, die sich unter Belastung in beobachtbarem Führungs- und Teamverhalten widerspiegeln. Perspektivisch sollen resilienzbezogene Verhaltensindikatoren systematisch erfasst werden. Damit endet das Training nicht mit der Seminarveranstaltung, sondern wird durch Anwendung, Beobachtung, Rückmeldung und Reflexion in die Ausbildung integriert.

Seit Beginn der Implementierung wurde das Training in mehreren Durchgängen mit insgesamt rund 60 Teilnehmenden durchgeführt. Die unmittelbaren Rückmeldungen waren überwiegend positiv; hervorgehoben wurden Praxisnähe, Einsatzrelevanz und die Verknüpfung mit Erfahrungen aus ASPIDES. Einzelne Teilnehmende wünschten mehr Übungszeit. Ob unterschiedliche Führungsebenen den Nutzen unterschiedlich bewerten, sollte künftig ebenso untersucht werden wie die grundlegende Wirksamkeit des Trainings, um dessen kontinuierliche Weiterentwicklung sicherzustellen (Abbildung 1).

 

Abb. 1: Entwicklungsweg des Operativen Resilienztrainings – vom ursprünglichen elfmoduligen Programm über die Adaption während EUNAVFOR ASPIDES bis zur Implementierung und geplanten Evaluation am Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr Marine (Bildrechte: A. Milbrodt)

Parallel zur Ausbildung der Command Teams werden die Einsatzausbilder der Marine im operativen Resilienztraining geschult. Dies verfolgt mehrere Ziele: Zum einen erwerben die Ausbilder selbst die Fähigkeiten der Selbstregulation und können sie in ihrer Rolle unmittelbar anwenden – für die eigene Handlungsfähigkeit ebenso wie dafür, Belastungsreaktionen bei den Auszubildenden frühzeitig zu erkennen und diese mit geeigneten Tools und Techniken zu unterstützen. Zum anderen ist eine eigene Ausbildung in diesen Fähigkeiten Voraussetzung dafür, das entsprechende Verhalten in der praktischen Ausbildung überhaupt beobachten und bewerten zu können. Darüber hinaus schafft die Ausbildung von Multiplikatoren die Grundlage, um das Training nachhaltig und in der Breite in der Marine zu verankern.

Diskussion

Die bisherigen Erfahrungen sprechen dafür, psychologische Einsatzbereitschaft nicht ausschließlich als Gegenstand individueller Gesundheitsprävention zu begreifen, sondern als Erfolgsdeterminante militärischer Operationen und als integralen Bestandteil moderner Verteidigung. Das vorgestellte Konzept verbindet international entwickelte Grundlagen mit konkreten Einsatzerfahrungen und integriert das Konzept der psychologischen Einsatzbereitschaft systematisch in die Führungs- und Einsatzausbildung der Deutschen Marine. Die Verknüpfung von theoretischer Ausbildung, praktischer Anwendung und strukturierter Verhaltensbeobachtung verspricht dabei die größten Erfolgsaussichten für einen dauerhaften Transfer in das Einsatzverhalten.

Gegenüber klassischen Resilienz- oder Achtsamkeitsprogrammen liegt die Besonderheit weniger in den einzelnen Methoden als in der konsequenten operativen Rahmung: Resilienz wird als Fähigkeit zum Erhalt von Führungs- und Handlungsfähigkeit unter Belastung vermittelt und nicht als „Wellness“ oder als rein defizitorientierte Prävention [1][15]. Die Fokussierung auf die Command Teams nutzt Führung als systemischen Hebel und adressiert damit zugleich die Team- und Organisationsebene der Resilienz [2][14].

Eine wissenschaftlich belastbare Aussage zur Wirksamkeit ist auf Grundlage der bisherigen Erfahrungen nicht möglich. Die Rückmeldungen sind informell, die Teilnehmendenzahl ist begrenzt, eine Kontrollbedingung fehlt. Die vorliegende Evidenz zu vergleichbaren psychoedukativen Programmen ist zudem heterogen [4]. Für die weitere wissenschaftliche Bewertung erscheint ein mehrstufiges Studiendesign mit Kontrollgruppen sinnvoll, das Prä-Post-Erhebungen, Verhaltensbeobachtungen, qualitative Interviews und Follow-up-Untersuchungen kombiniert. Individuelle Resilienz bleibt dabei stets in Team- und Organisationsstrukturen eingebettet [9].

Über den maritimen Kontext hinaus adressiert das Konzept eine Fähigkeit, die nicht an eine Teilstreitkraft gebunden ist: Führungs- und Handlungsfähigkeit unter Belastung sowie psychologische Einsatzbereitschaft sind für Führungskräfte in Heer, Luftwaffe und Marine gleichermaßen bedeutsam – national wie international. Das Format lässt sich nicht unverändert auf jeden Einsatzkontext übertragen; sein Kern – die systematische, führungszentrierte Ausbildung psychologischer Einsatzbereitschaft – ist jedoch grundsätzlich replizierbar. Da das Training vollständig auch in englischer Sprache vorliegt, kann es unmittelbar mit internationalen Partnern durchgeführt werden. Dies ist im Rahmen internationaler Kooperationen (Seeausbildung und Mobile Training Teams) am EAZS M geplant. Damit bietet der Ansatz einen anschlussfähigen Rahmen, der über die Marine hinaus für andere Teilstreitkräfte und Partnerstreitkräfte von Interesse ist.

Fazit

Psychologische Einsatzbereitschaft lässt sich als trainierbare, operativ relevante Fähigkeit verstehen. Das operative Resilienztraining zeigt einen konkreten Weg, sie systematisch in die militärische Ausbildung zu überführen: als führungszentrierten Baustein, der an internationale Grundlagen und reale Einsatzerfahrung anschließt, an die praktische Ausbildung angebunden ist und Resilienz als wesentlichen Baustein von Führungs- und Handlungsfähigkeit versteht. Die nächsten Schritte liegen in der wissenschaftlichen Evaluation und der Multiplikation innerhalb der Marine. Je anspruchsvoller der Einsatz, desto wichtiger wird die psychologische Einsatzbereitschaft.

Kernbotschaften

  • Psychologische Einsatzbereitschaft ist ein militärischer Erfolgsfaktor und muss systematisch trainiert werden wie taktische und körperliche Fähigkeiten.
  • Das Operative Resilienztraining überführt Resilienz in eine operative Fähigkeit zum Erhalt von Führungs- und Handlungsfähigkeit unter Belastung.
  • Die Integration in das Führungsseminar adressiert bewusst die Command Teams als systemischen Hebel für Besatzung und Auftrag.
  • Das Mental Health Continuum dient als gemeinsame Sprache für Selbstwahrnehmung, Kameradenbeobachtung und Führung unter Belastung.
  • Erste Erfahrungen sind ermutigend; eine mehrstufige wissenschaftliche Evaluation steht noch aus.

Literatur

  1. Adler AB, Nordstrand AE, Engen HG. Frontline Stress: The Role of Operational Resilience Training. In: Vermetten E, Frankova I, Lortkipanidze S, et al.: Digital Innovations for the Prevention and Treatment of PTSD in Military Contexts. IOS Press 2026;6–13. mehr lesen
  2. Bühler A, Zimmermann P, Wesemann U, et al. Unit Cohesion – A Protective Factor For Military Mental Health? Direct and Mediated Associations. WMM 2023;67(9):e1-1–e1-7. mehr lesen
  3. Di Nota PM, Bahji A, Groll D, Carleton RN, Anderson GS. Proactive psychological programs designed to mitigate posttraumatic stress injuries among at-risk workers: a systematic review and meta-analysis. Syst Rev 2021;10(1):126. mehr lesen
  4. Fikretoglu D, Liu A, Nazarov A, Blackler K. A group randomized control trial to test the efficacy of the Road to Mental Readiness (R2MR) program among Canadian military recruits. BMC Psychiatry 2019;19:326. mehr lesen
  5. Hauffa R, Brähler E, Biesold K-H, et al. Psychische Belastungen nach Auslandseinsätzen – Erste Ergebnisse einer Befragung von Soldaten des Einsatzkontingentes ISAF VII. Psychother Psychosom Med Psychol 2007;57(9-10):373–378. mehr lesen
  6. Hoffmann MA. Im Einsatz und im Leben: Bestehen in der Belastung – Resilienz ist auch Führungsaufgabe. WMM 2024;68(11):470–472. mehr lesen
  7. Hör A. Body-Scan und interozeptive Bewusstheit: Neuropsychologische Perspektive auf Resilienz in Hochbelastungskontexten. WMM 2026;70(10).
  8. Kowalski JT, Hauffa R, Jacobs H, et al. Deployment-related stress disorder in German soldiers: utilization of psychiatric and psychotherapeutic treatment. Dtsch Arztebl Int 2012;109(35-36):569–575. mehr lesen
  9. Krick A, Hör A, Milbrodt A, et al. Polykrise als Dauerlage – Mehrdimensionale Resilienz als adaptive Systemfähigkeit. WMM 2026;70(10) [in diesem Heft].
  10. Krick A, Wunderlich I, Felfe J. Gesundheitsförderliche Führungskompetenz entwickeln. In: Michel A, Hoppe A: Handbuch Gesundheitsförderung bei der Arbeit. Wiesbaden: Springer; 2022:213–231.
  11. Nordstrand AE, Engen HG, Adler AB. Expanding the Toolkit for Medics in Combat: Operational Resilience Training. WMM 2024;68(11):473–474. mehr lesen
  12. Nordstrand AE, Engen HG, Rønning L, Gjerstad CL, Adler AB. Psychological resilience on the frontlines: operational resilience training for Ukrainian combat medics. Mil Psychol 2026 Jul2:1-11 mehr lesen
  13. Polusny MA, Erbes CR. A dynamic, multilevel approach to conceptualising and designing resilience research in the context of military stress. Stress Health 2023;39(S1):40–47. mehr lesen
  14. Raetze S, Duchek S, Maynard MT, et al. Resilience in Organizations: An Integrative Multilevel Review and Editorial Introduction. Group Organ Manag 2021;46(4):607–656. mehr lesen
  15. Reivich K, Shatté A. The resilience factor: 7 keys to finding your inner strength and overcoming life’s hurdles. New York: Broadway Books; 2003. mehr lesen
  16. Skakon J, Nielsen K, Borg V, Guzman J. Are leaders’ well-being, behaviours and style associated with the affective well-being of their employees? A systematic review of three decades of research. Work Stress 2010;24(2):107–139. mehr lesen
  17. Soucek R, Ziegler M, Schlett C, et al. Resilienz im Arbeitsleben – Eine inhaltliche Differenzierung von Resilienz auf den Ebenen von Individuen, Teams und Organisationen. Gr Interakt Organ 2016;47(2):131–137. mehr lesen
  18. Southwick SM, Bonanno GA, Masten AS, et al. Resilience definitions, theory, and challenges: interdisciplinary perspectives. Eur J Psychotraumatol 2014;5(1):25338. mehr lesen
  19. Wittchen H-U, Schönfeld S, Kirschbaum C, et al. Traumatic experiences and posttraumatic stress disorder in soldiers following deployment abroad: how big is the hidden problem? Dtsch Arztebl Int 2012;109(35-36):559–568. mehr lesen

Erklärung zum Interessenkonflikt

Die Autorin führt außerhalb ihrer dienstlichen Tätigkeit kommerzielle Trainings- und Weiterbildungsangebote im Bereich Leistungsfähigkeit und Resilienz durch. Das dargestellte operative Resilienztraining ist eine dienstliche Tätigkeit im Rahmen der Bundeswehr; eine finanzielle Förderung durch Dritte erfolgte nicht.

Manuskriptdaten

Zitierweise

Milbrodt A. Psychologische Einsatzbereitschaft stärken: Implementierung eines operativen Resilienztrainings in die Einsatzausbildung der Deutschen Marine. WMM 2026;70(10):479-484.

DOI: https://doi.org/10.48701/opus4-983

Verfasserin

Fregattenkapitän Andrea Milbrodt

Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr Marine

Wieksbergstr. 54/1, 23730 Neustadt in Holstein

E-Mail: andrea1milbrodt@bundeswehr.org

Manuscript Data

Citation

Milbrodt A. [Strengthening Psychological Readiness: Implementing Operational Resilience Training into the German Navy Predeployment Training Navy]. WMM 2026;70(10):479-484.

DOI: https://doi.org/10.48701/opus4-983

Author

Commander (Navy) Andrea Milbrodt

Naval Damage Control Training Centre

Wieksbergstr. 54/1, D23730 Neustadt in Holstein

E-Mail: andrea1milbrodt@bundeswehr.org


1 Die in diesem Beitrag verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich gleichermaßen auf weibliche und männliche Personen. Auf durchgehende Doppelnennungen wird zugunsten der Lesbarkeit verzichtet.

Zeitschriften
Wehrmedizinische Monatsschrift – Impressum/Datenschutz

Redaktion: Generalarzt a. D. Prof. Dr. med. Horst Peter Becker, MBA, Auf der Hardt 27, 56130 Bad Ems, Mobil +49 171 215 0901, E-Mail: hp.becker@cpm-verlag.de 

Herausgeber: Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr, Integrierte Kommunikation/Fachinformations- und Medienarbeit im Auftrag des Befehlshabers des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Von-Kuhl-Straße 50, 56070 Koblenz, Telefon: +49 261 896 12300, E-Mail: KdoGesVersBwIKoFaM@bundeswehr.org 

Wissenschaftliche Beratung: Die Begutachtung von Original- und Übersichtsarbeiten sowie Kasuistiken im Rahmen des Peer-Review-Verfahrens erfolgt durch in dem Fachgebiet des jeweiligen Beitrags wissenschaftlich ausgewiesene Expertinnen und/oder Experten, die – dem Einzelfall entsprechend – in Abstimmung zwischen Redaktion und Herausgeber ausgewählt und beauftragt werden.

Verlag: cpm Verlag GmbH, Carl-Zeiss-Str. 5, 53340 Meckenheim, Telefon +49 2225 8889–0, E-Mail: info@cpm-verlag.de; Geschäftsleitung: Tobias Ehlke; Objektleitung: Peter Geschwill; Produktionsleitung: Thorsten Menzel.

Druckversion: Druckvorstufe: PIC Crossmedia GmbH, Hitdorfer Straße 10, 40764 Langenfeld, E-Mail: info@pic-crossmedia.de; Druck: Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw), Zentraldruckerei Köln/Bonn.

Online-Version (E-Paper): Erstellung mit PIC MediaServer, PIC Crossmedia GmbH, Langenfeld; Erstellung mit PIC MediaServer, PIC Crossmedia GmbH, Langenfeld; E-Paper und Autorenhinweise sind unter wmm-online.de abrufbar

Rechtliche Hinweise: Die Zeitschrift (Druckversion und E-Paper) sowie alle enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind in allen Publikationsformen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Herausgebers unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.


Alle namentlich gezeichneten Beiträge – soweit sie nicht ausdrücklich mit einem * gekennzeichnet sind – geben die persönlichen Ansichten der Verfasser wieder. Sie entsprechen nicht zwingend den Auffassungen der Redaktion oder des Herausgebers. Manuskriptsendungen an die Redaktion erbeten. Erscheinungsweise mindestens achtmal im Jahr.


Für Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie e. V. ist der Bezug der Zeitschrift im Mitgliedsbeitrag enthalten. Sanitätsoffiziere der Bundeswehr, die nicht Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie e. V. sind, erhalten die „Wehrmedizinische Monatsschrift“ über ihre Dienststellen.

Datenschutz: Es gelten die Datenschutzbestimmungen der cpm Verlag GmbH, abrufbar unter https://cpm-verlag.com/datenschutzerklaerung/.