Wehrmedizinische Monatsschrift

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Editorial
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Internistische Sonografie
Die internistische Sonografie – ein Überblick

Internistische Sonografie
Perkutane ultraschallgestützte Interventionen


Internistische Sonografie
Sonografie in der Gastroenterologie:​ Klinische Entscheidungsfindung im militärmedizinischen Alltag





Internistische Sonografie
Stellenwert der Endosonografie im interdisziplinären diagnostischen Algorithmus



Internistische Sonografie
Herzultraschall zwischen Ambulanz,​ Station und Einsatzmedizin am Bundeswehrkrankenhaus Berlin


Internistische Sonografie
Duplexsonografie in der Angiologie

Internistische Sonografie
Sonografie und endobronchialer Ultraschall in der Pneumologie



Internistische Sonografie
Point-of-care-Ultraschall (POCUS) bei Infektionskrankheiten



Erratum
Erratum zum Beitrag:​ Das Potenzial im Fokus:​ Innovationen im Auswahlprozess des Kommando Spezialkräfte
Internistische Sonografie
Sonografie in der Hämatologie und in der internistischen Onkologie


Internistische Sonografie
Sonografie in der militärischen Notfallmedizin


Varia
Der Einfluss von Hüft-Totalendoprothesen und funktioneller Hüftgelenksbandage auf die posturale Stabilität






Varia
Einfluss der Menstruationszyklusphasen auf die sportliche ­Leistungsfähigkeit:​ Eine systematische Übersichtsarbeit unter ­Berücksichtigung hoher methodischer Standards






Aus dem Sanitätsdienst
ZUM 80.​ GEBURTSTAG Generalarzt a.​ D.​ Dr.​ Erich Rödig
Aus der Leserschaft
Leserbrief zur Publikation "Prähospitale Bluttansfusion" (WMM 5/​2026)
Tagungen und Kongresse
Kongressankündigung und Hinweis auf die Preiswettbewerbe
Mitteilungen der DGWMP e.​ V.​
Geburtstage August 2026

Internistische Sonografie PDF

Duplexsonografie in der Angiologie

Duplex Sonography in Angiology

Anne Loranga

a Klinik für Innere Medizin – Sektion Kardiologie, Angiologie, Diabetologie, Bundeswehrkrankenhaus Berlin

1 Die Dienst- und Verwendungsfähigkeit von Soldatinnen und Soldaten wird gem. der Zentralvorschrift A1–831/0–4000 „Wehrmedizinische Begutachtung“ beurteilt. Dabei werden Veränderungen an Organen bzw. Organsystemen in eine 86 sog. Gesundheitsnummern umfassende Systematik eingeteilt. Innerhalb einer Gesundheitsnummer werden Merkmale bzw. Veränderungen in 6 Stufen (Gesundheitsziffern) bewertet. I bedeutet minimale Abweichungen und VI so starke Veränderungen, dass eine Eignung für den Wehrdienst dauerhaft nicht gegeben ist. Gesundheitsnummern bzw. -ziffern sind in dem regelungsnahen Dokument ARD-831/0–4000c festgelegt [3].

Zusammenfassung

In der Sektion für Kardiologie und Angiologie des Bundeswehrkrankenhauses Berlin werden regelmäßig Duplexsonografien der extrakraniellen, der Arm- und Beingefäße sowie der abdominellen Gefäße durchgeführt. Sowohl ambulante, zielgerichtete Fragestellungen zur Einstellungsuntersuchung von Soldaten als auch akute medizinische Untersuchungen bei arteriellen Verschlüssen oder tiefen Venenthrombosen gehören zum Leistungsspektrum der Angiologie.

In diesem Artikel sollen die Möglichkeiten und Einschränkungen der Duplexsonografie im Truppenarztbereich und im Einsatz fokussiert dargestellt werden.

Schlüsselwörter: periphere arterielle Verschlusskrankheit, akute Extremitätenischämie, Thrombose, postthrombotisches Syndrom

Summary

The Department of Cardiology and Angiology at the Bundeswehr Hospital in Berlin regularly conducts duplex sonography of the extracranial, upper limb, and lower limb vessels, as well as the abdominal vessels. The range of services includes elective outpatient diagnostics, such as fitness assessments for soldiers, along with urgent medical exams for conditions like arterial occlusions or deep vein thrombosis.

This article discusses the capabilities and limitations of duplex ultrasound within military medical practice and deployment scenarios.

Keywords: peripheral arterial occlusive disease; acute limb ischemia; thrombosis; post-thrombotic syndrome

Duplexsonografie der arteriellen Gefäße

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) wird in 90 % der Fälle durch Arteriosklerose verursacht. Die Prävalenz der Erkrankung liegt bei 3–10 % [1]. Die Risikofaktoren für die Entwicklung einer pAVK sind hinlänglich bekannt; Nikotinabusus, Hypercholesterinämie und Diabetes mellitus sind jedoch auch im jüngeren Patientenkollektiv der aktiv dienenden Soldaten weit verbreitet.

Eine pAVK ohne Einschränkung der Gehstrecke wird mit der Gesundheitsziffer 46/III1 belegt und ist somit nur nach fachärztlicher Begutachtung als nicht diensteinschränkend zu beurteilen [3].

Abb. 1: Farbkodierte Duplexsonografie der A. femoralis communis links (A) und der A. subclavia links (B) mit Nachweis eines triphasischen Flussprofils (Bildrechte: Anne Lorang)

Zunächst steht die körperliche Untersuchung, die Erhebung eines Pulsstatus und die Messung des Ankle-Brachial-Index (ABI) im Vordergrund. Bei Auffälligkeiten sollte eine farbkodierte Duplexsonografie mittels Linearschallkopf erfolgen. Diese ermöglicht innerhalb kürzester Zeit die Lokalisation der Stenose bzw. des Verschlusses, die Abschätzung der Verschlusslänge sowie die Planung des möglichen therapeutischen Vorgehens [1]. Extremitätenarterien zeigen einen triphasischen Strömungsgeschwindigkeitspuls mit einem steilen Anstieg bis zur systolischen Spitzengeschwindigkeit und einem ebenso steilen Abfall bis in den spätsystolischen Bereich. Es folgt eine kurze Phase der frühdiastolisch retrograd gerichteten Strömung, gefolgt von einer mitt-spätdiastolischen erneuten antegraden Strömung mit geringer Spitzengeschwindigkeit [1]. Bei Vorliegen dieses triphasischen Flussprofils ist eine hämodynamisch relevante Stenose oder ein Verschluss ausgeschlossen.

Eine akute Extremitätenischämie erfordert eine schnelle und zielgerichtete Diagnostik. Bei arterioembolischen Gefäßverschlüssen oder bei traumatischen Verletzungen der Extremitäten, die sehr häufig Gefäßverletzungen mitbedingen, sollte die Computertomografie-Diagnostik schnell und flächendeckend verfügbar sein, sodass hier schnelle Therapiekonzepte erstellt werden können. Im sanitätsdienstlichen Kontext stellt die fokussierte farbkodierte Duplexsonografie jedoch eine herausragende Möglichkeit dar. Schnell, fokussiert, kosteneffizient und vor allem dank der Möglichkeit portabler Sonografiegeräte ist eine Untersuchung auch außerhalb von Krankenhäusern mit Maximalversorgung möglich. Sowohl im In- als auch im Ausland kann hier zielführend die Weiche für die weitere Versorgung des Traumapatienten gestellt werden.

Abb. 2: Diagnosealgorithmus bei Verdacht auf eine tiefe Beinvenenthrombose (Erstereignis) unter Anwendung limitierter Ultraschallprotokolle (point-of-care-Ultraschall, POCUS) (Abbildung aus [5])

Duplexsonografie der venösen Gefäße

Die tiefe Beinvenenthrombose ist mit einer Prävalenz von 1–2 Fällen pro 1 000 Personen und Jahr sehr häufig. Am häufigsten sind Thrombosen in der Unterschenkelregion lokalisiert [4]. Typische auslösende Faktoren sind längere Immobilisation, Traumatisierung des Gefäßes, hämatologische oder neoplastische Erkrankungen. Da bei 10–30 % aller tiefen Venenthrombosen eine Lungenarterienembolie resultiert, ist eine rasche Diagnostik bei typischer Klinik und positivem Wells-Score elementar.

Abb. 3: Ultraschallstrategien bei Thromboseverdacht (Abbildung aus [5])

Für den präklinischen Diagnostikpfad ist die Kompressionssonografie ein wirksames diagnostisches Instrument. Hier lässt sich eine echoreich gefüllte Vene bzw. Venenabschnitt und unter Zuhilfenahme des Farbdopplers auch eine Teilthrombosierung darstellen. [1]

Abb. 4: Kompressionssonografie der V. femoralis communis rechts (oben) bzw. der V. poplitea rechts (unten), jeweils mit Nachweis einer vollständig das Gefäßlumen ausfüllenden Thrombose (Bildrechte: Anne Lorang)

Für die truppenärztliche Praxis

In der truppenärztlichen Praxis ist bei einseitigen Beinschmerzen differenzialdiagnostisch der Ausschluss einer tiefen Beinvenenthrombose häufig notwendig. Als Point-of-Care-Untersuchung stellt die Kompressionssonografie eine gute Möglichkeit zur schnellen Diagnose dar. In Zweifelsfällen kann mittels subkutaner Antikoagulation auch vorübergehend behandelt werden, bis eine vollständige Untersuchung in einem Facharztzentrum oder Bundeswehrkrankenhaus stattfinden kann. Auch zur Verlaufskontrolle und Beurteilung eines postthrombotischen Syndroms gilt die Sonografie als Goldstandard. Diese sollte jedoch bei oftmals aufwendigen Untersuchungsbedingungen und komplexen Venenverhältnissen in die Hände von mit der Untersuchungsmethode vertrauten Fachärzten übergeben werden.

Literatur

  1. Amann-Vesti B., Thalhammer C., Huck K.: Kursbuch Doppler- und Duplexsonografie. Georg Thieme Verlag Stuttgart; 3. Auflage 2012
  2. Behrendt, C., Grözinger, G., Huppert, P. et al. S3 Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit [Internet].Deutsche Gesellschaft für Angiologie – Gesellschaft für Gefäßmedizin e.V.2023.[Letzter Zugriff 13. Mai 2026]; verfügbar unter: https://doi.org/10.1024/0301-1526/a001171 mehr lesen
  3. Bundesministerium der Verteidigung. Gesundheitsziffern und Anforderunggssymbole (ARD-831\0-4000c ) [Internet]. BMVg 2024.[Letzter Aufruf 13. Mai 2026]; verfügbar unter: https://fragdenstaat.de/anfrage/ard-831-0-4000c/ mehr lesen
  4. Cissarek T., Gray W., Zeller T.: Gefäßmedizin Therapie und Praxis. ABW Wissenschaftsverlag Berlin; 2. Auflage 2013
  5. Linnemann, B., Blank, W., Doenst, T. et al S2k Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und Lungenembolie - S2k Leitlinie [Internet]. AWMF 2023.[Letzter Zugriff 13. Mai 2026]; verfügbar unter: https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/065-002. mehr lesen

Manuskriptdaten

Zitierweise

Lorang A: Duplexsonografie in der Angiologie. WMM 2026;70(7–8):339-341.

DOI: https://doi.org/10.48701/opus4-908

Verfasserin

Oberfeldarzt Anne Lorang

Klinik für Innere Medizin

Bundeswehrkrankenhaus Berlin

Scharnhorststr. 13, 10115 Berlin

E-Mail: annelorang@bundeswehr.org

Manuscript data

Citation

Lorang A: [Duplex Sonography in Angiology]. WMM 2026;70(7–8):339-341.

DOI: https://doi.org/10.48701/opus4-908

Author

Lieutenant Colonel /(MC) Anne Lorang

Department for Internal Medicine

Bundeswehr Hospital Berlin

Scharnhorststr. 13, D-10115 Berlin

E-Mail: annelorang@bundeswehr.org

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