Wehrmedizinische Monatsschrift

  • Archiv
  • Kontakt
  • Archiv
  • Kontakt

Suchergebnis
Links
Rechts
Inhaltsverzeichnis
Editorial
Editorial
Grußwort
Führen,​ Ausbilden und Erziehen!
Militärchirurgie und Kultur
Leidenschaft für die Chirurgie – eine Beziehung mit Zukunftspotenzial?

Militärchirurgie und Kultur
Brauchen wir das noch oder kann das weg? (Militär-)Chirurgie in der kulturellen Transformation





Militärchirurgie und Kultur
Die andere Seite des Tuches – Moderne Chirurgie aus Sicht der Anästhesie




Militärchirurgie und Kultur
Die andere Seite am Bett:​ Moderne Chirurgie aus der ­Perspektive der Pflege

Militärchirurgie und Kultur
Kommentar zu „Next Generation“:​ Brauchen wir eine neue Führungskultur in der Militärmedizin?
Militärchirurgie und Zukunft
Krieg in der Ukraine – Implikationen für die chirurgisch ­tätigen Sanitätsoffiziere in Large-Scale Combat Operations



Militärchirurgie und Zukunft
„Train to Fight“ – Die Rolle der Thoraxchirurgie in der ­militärchirurgischen Ausbildung der Bundeswehr



Militärchirurgie und Zukunft
Spezialisierung gegen breite Ausbildung – Wie geht es mit der (Militär-) chirurgischen Ausbildung weiter?



Militärchirurgie und Zukunft
Herausforderungen über das Abdecktuch hinaus – Katastrophenmedizin und die Vorsorge des ­Gesundheitssystems


Varia
PROMSO-Studie:​ Prophylaktische Onlay-Netzimplantation zur ­Senkung der Narbenhernienrate nach offener Abdominalbehandlung – Design und Aufruf zu einer multizentrischen,​ randomisierten Studie




Varia
Forum Allgemeinmedizin – Netzwerk für angewandte Forschung in der ambulanten Versorgung im Sanitätsdienst der Bundeswehr


Varia
Entwicklung der Role 2 als erstes chirurgisches Element der Rettungs­kette in Deutschland und Frankreich – Eine kurze Geschichte der Gemeinsamkeiten,​ Unterschiede und ein Blick in die Zukunft





Varia
Zum Ruhestand von Oberstarzt Professor Dr.​ med.​ habil.​ Erwin Waldemar Kollig

Tagungen und Kongresse
Bericht von der 33.​ Jahrestagung der ARCHIS in Hamburg

Tagungen und Kongresse
5th Symposium on Tropical Medicine and Infectious Diseases in an International Military Context 2026
Mitteilungen der DGWMP e.​ V.​
Einladung zum Nachwuchsforum und Ausschreibung des Heinz-Gerngroß-Förderpreises 2026
Mitteilungen der DGWMP e.​ V.​
Geburtstage Mai 2026
Tagungen und Kongresse PDF

Bericht von der 33. Jahrestagung der ARCHIS in Hamburg

An erster Stelle: Wer nicht dabei war – und das waren mit der Industrie rund 200 Teilnehmende – hat einen erstklassigen Kongress verpasst, der hinsichtlich der Programmgestaltung, der Inhalte und der Stimmung als außergewöhnlich einzustufen ist. Die Rede ist hier von der 33. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft der chirurgischen Sanitätsoffiziere (ARCHIS), die vom 28. bis zum 30. Januar 2026 in Hamburg stattfand und deren wissenschaftliche Organisation in diesem Jahr das Bundeswehrkrankenhaus Hamburg übernommen hatte.

Der erste Tag der Veranstaltung war traditionell dem Damage Control Surgery (DCS)-Contest der Bundeswehrkrankenhäuser (BwKrhs) gewidmet. In diesem Jahr fand der Teamwettbewerb im Einsatzausbildungszentrum Schadensabwehr der Marine in Neustadt/Ostholstein mit anspruchsvollen Aufgaben statt, wie z. B. der Verletztenrettung auf einem Schiff. Darüber hinaus waren weitere hochwertige Fortbildungen wie der Workshop „Einsatzchirurgie am Präparat“, ein Schockraumtraining sowie ein Führungskräfteseminar in Zusammenarbeit mit der Führungsakademie im Angebot.

Den Kongressabend am Mittwoch eröffnete Oberstapotheker Dr. Bernd Klaubert, der neue Präsident der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie (DGWMP). Nach einem kleinen Imbiss und einem ersten Gedankenaustausch hielt der Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes, Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann, vor vollem Haus seinen Lagevortrag (Abbildungen 1 und 2). Er verwies auf die Herausforderungen, denen sich der Sanitätsdienst in dieser krisenhaften Zeit stellt. Die neuen Strukturen, die Integration in das Unterstützungskommando, sowie die allgemeine Personalmangellage müssen künftig mit Priorität bewältigt werden. Er machte darüber hinaus deutlich, dass diese Anstrengungen von allen gemeinsam erbracht werden müssen.

Abb. 1: Generaloberstabsarzt Dr. Ralf Hoffmann bei seinem Lagevortrag

Abb. 2: Ein voller Saal beim Vortrag des Befehlshabers

Mit einem schwungvollen Hamburger „Moin“ leitete der Vorsitzende der ARCHIS, Oberstarzt Dr. Christoph Güsgen, das Kongressprogramm des nächsten Tages ein (Abbildung 3). In seinem Grußwort unterstrich der Präsident der DGWMP die besondere Rolle der Chirurgie in der Einsatzmedizin und setzte seine Hoffnungen auf die Next Generation (Abbildung 4). Die Hamburger Senatorin für Gesundheit und Soziales, Melanie Schlotzhauer, betonte die große Bedeutung der Bundeswehrkrankenhäuser in Krisenzeiten. Sie sagte: „Mir ist Ihre Arbeit eine der wichtigsten, die wir in den kommenden Jahren brauchen werden!“ Generalarzt Dr. Thomas Harbaum, der Kommandeur des BwKrhs Hamburg, beendete als Gastgeber die Grußworte. Er hieß die Teilnehmenden sehr herzlich willkommen und machte noch einmal deutlich, wie wichtig es ihm sei, dass eine junge Generation hier das Zepter in die Hand genommen hatte.

Abb. 3: Oberstarzt Dr. Christoph Güsgen, Vorsitzender der ARCHIS.

Abb. 4: Oberstapotheker Dr. Bernd Klaubert, der neue Präsident der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie.

Der Festvortrag war gleich schon eines der Highlights des Kongresses. Oberfeldarzt Dr. Bernhard Gropp aus Berlin berichtete über die Probleme der Langzeitisolation in der Antarktis und führte das Auditorium in diese einsame, unwirtliche Welt des ewigen Eises ein. Dabei erklärte er auf spannende und anschauliche Weise, wie ein 14-monatiger Aufenthalt den menschlichen Körper beeinflusst, insbesondere das Herz-Kreislauf-System.

Der nächste Vortragsblock war vollständig der Krankenhausstruktur und der Zukunft der Militärchirurgie gewidmet. Interessant waren die verschiedenen Perspektiven der Vortragenden. Den Aufschlag zu diesem Thema gab der Kommandeur des Kommandos Gesundheitsversorgung, Generalstabsarzt Dr. Johannes Backus (Abbildung 5). Sein Vortrag erläuterte explizit die zentralen Herausforderungen bei der Weiterentwicklung der BwKrhs und der Chirurgen-Ausbildung. Es sei allen Beteiligten klar, dass die zivilen gesetzlichen Vorgaben wie Mindestmengen, Leistungsgruppen und Traumabehandlung erhebliche Auswirkungen auf die Generierung von Fachärzten in den BwKrhs haben werden. In diesem Zusammenhang wies er die enorme Bedeutung der Vernetzung mit leistungsstarken Kooperationspartnern hervor.

Abb. 5: Generalstabsarzt Dr. Backus bei seinem Vortrag

Oberstarzt Prof. Dr. Erwin Kollig, Klinischer Direktor der Unfallchirurgie des BwZKrhs Koblenz, führte die Erfahrungen eines langjährigen Abteilungschefs vor Augen und appellierte, die traumarelevanten Disziplinen in den BwKrhs insgesamt zu stärken. Oberfeldarzt Dr. Lisa ­Hackenberg machte dem Auditorium in ihrem beeindruckenden Vortrag die Perspektive der Next Generation deutlich. Demnach beschreibt sich die Next Generation selbst als fachlich exzellent und einsatzbereit, stellt dabei aber auch klare Erwartungen an die Struktur, die Führung und die Planbarkeit ihres Arbeitslebens. Mit dem Begriff manifestiert sich im chirurgischen Sinne nicht nur das ­Alter, sondern auch eine ganze Grundhaltung, die es zu beachten und zu nutzen gilt. Dennoch lässt sich auf dieser Basis das zukünftige militärchirurgische Mindset positiv weiterentwickeln. Die Perspektive der Reservisten wurde in einem kurzen Statement von Oberfeldarzt d. R. Priv.-Doz. Dr. Jürgen Tepel, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie sowie Ärztlicher Direktor am Klinikum Osnabrück, dargestellt. Es fehlt den Reservisten nicht am Willen, entsprechende Dienstleistungen zu erbringen, aber die Strukturen hierzu sind derzeit noch nicht wiederentwickelt. Die Sicht der zivilen Kooperationspartner wurde von Professor Dr. Karl-Heinz Frosch erläutert, dem Direktor und Lehrstuhlinhaber für die Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Er wies darauf hin, dass zivil-militärische Kooperationsprojekte für beide Seiten erhebliche Vorteile bringen.

Nach der Mittagspause ergaben sich insgesamt vier spannende Vortragsblöcke, die im Wesentlichen von der Next Generation geplant und geleitet wurden. Hier ging es um „Traumacouch – gemeinsam Probleme lösen“, „Septische Chirurgie“, „Five Minutes for Science“, und zum Abschluss gab es eine Videositzung mit minimal-invasiver Chirurgie.

Zum Auftakt der Abendveranstaltung nahmen der Kommandeur Gesundheitsversorgung Generalstabsarzt Dr. Backus und der Präsident Oberstapotheker Dr. Klaubert gemeinsam die Siegerehrung des DCS-Contests vor (Abbildungen 2x einplanen). Unter lautem Beifall des versammelten Auditoriums ging die Gewinner-Trophäe in diesem Jahr an das Team des BwKrhs Ulm. Der Festabend sorgte abschließend bis spät in die Nacht für die notwendige Vertiefung und Stärkung der Corporate Identity.

Der letzte Kongresstag war wiederum von guten und informativen Sitzungen geprägt.

Dieser begann mit Flottenarzt Dr. Susanne Brechtel, Referatsleiterin im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr. Sie erläuterte die allgemeine Personallage bei den Sanitätsoffizieren und gab insgesamt positive Ausblicke auf die Karrieremöglichkeiten für Militärchirurgen der Zukunft. Die nächste Sitzung analysierte die Perspektiven der Einsatzchirurgie 2.0. Bemerkenswert war in diesem Zusammenhang, dass der einhellige Wunsch aufkam, in den Planungen der Zukunft möglichst nicht mehr von Einsatzchirurgie, sondern von Militärchirurgie zu sprechen, weil die Frequenz internationaler Einsätze abgenommen hat. Dies ist als Meilenstein zu werten, weil der Begriff Einsatzchirurgie die ARCHIS und deren Arbeit über mehr als 30 Jahre hinweg sehr geprägt hat.

Besondere Erwähnung verdient eine neue Form der ­Posterausstellung, die das Kongresspublikum mittels digital aufzurufender QR-Codes in den Bann gezogen hat. Jedes Poster hatte einen QR-Code, der mit dem Smartphone abfotografiert und für die Abstimmung verwendet werden konnte. Das Ranking führte anschließend zu den fünf am besten bewerteten Postern, die am letzten Kongresstag in einer eigenen Sitzung präsentiert und wiederum vom Publikum bewertet wurden. Die Siegerin des diesjährigen Wettbewerbs war Stabsarzt Julia ­Neumann und ihre Co-Autoren vom BwZKrhs Koblenz mit einem Poster über die Replantation nach traumatischer Handamputation (Abbildung 6).

Abb. 6: Siegerehrung des Posterwettbewerbs 2026 mit (von links) Oberstarzt Dr. Güsgen, Stabsarzt Neumann, Oberstapotheker Dr. Klaubert.

An dieser Stelle noch einmal herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerinnen und Gewinner, einen Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie an das Team des Bundeswehrkrankenhauses Hamburg und ein „Chapeau“ für diesen gelungenen Kongress.

Die satzungsgemäßen Wahlen des Vorstandes der ARCHIS erbrachten eine einstimmige Bestätigung der bisherigen Vorsitzenden, Oberstarzt Dr. Güsgen, sowie seiner beiden Stellvertreter, Oberfeldarzt Dr. Hauer, Berlin, und Oberstarzt Prof. Dr. Beltzer, Ulm. Die abschließenden Worte von Oberstarzt Dr. Güsgen und Oberstapotheker Dr. Klaubert betonten noch einmal die Bedeutung der ARCHIS für den Zusammenhalt der Chirurginnen und Chirurgen in der Bundeswehr. Die nächste ARCHIS-­Tagung findet Ende Januar 2027 in Berlin statt.

(Alle Bildrechte: HP Becker)

Generalarzt a. D.
Prof. Dr. Horst Peter Becker
Chefredakteur der WMM

Zeitschriften
Wehrmedizinische Monatsschrift – Impressum/Datenschutz

Redaktion: Generalarzt a. D. Prof. Dr. med. Horst Peter Becker, MBA, Auf der Hardt 27, 56130 Bad Ems, Mobil +49 171 215 0901, E-Mail: hp.becker@cpm-verlag.de 

Herausgeber: Kommando Gesundheitsversorgung der Bundeswehr, Integrierte Kommunikation/Fachinformations- und Medienarbeit im Auftrag des Befehlshabers des Sanitätsdienstes der Bundeswehr, Von-Kuhl-Straße 50, 56070 Koblenz, Telefon: +49 261 896 12300, E-Mail: KdoGesVersBwIKoFaM@bundeswehr.org 

Wissenschaftliche Beratung: Die Begutachtung von Original- und Übersichtsarbeiten sowie Kasuistiken im Rahmen des Peer-Review-Verfahrens erfolgt durch in dem Fachgebiet des jeweiligen Beitrags wissenschaftlich ausgewiesene Expertinnen und/oder Experten, die – dem Einzelfall entsprechend – in Abstimmung zwischen Redaktion und Herausgeber ausgewählt und beauftragt werden.

Verlag: cpm Verlag GmbH, Carl-Zeiss-Str. 5, 53340 Meckenheim, Telefon +49 2225 8889–0, E-Mail: info@cpm-verlag.de; Geschäftsleitung: Tobias Ehlke; Objektleitung: Peter Geschwill; Produktionsleitung: Thorsten Menzel.

Druckversion: Druckvorstufe: PIC Crossmedia GmbH, Hitdorfer Straße 10, 40764 Langenfeld, E-Mail: info@pic-crossmedia.de; Druck: Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr (BAIUDBw), Zentraldruckerei Köln/Bonn.

Online-Version (E-Paper): Erstellung mit PIC MediaServer, PIC Crossmedia GmbH, Langenfeld; Erstellung mit PIC MediaServer, PIC Crossmedia GmbH, Langenfeld; E-Paper und Autorenhinweise sind unter wmm-online.de abrufbar

Rechtliche Hinweise: Die Zeitschrift (Druckversion und E-Paper) sowie alle enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind in allen Publikationsformen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Herausgebers unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen sowie die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.


Alle namentlich gezeichneten Beiträge – soweit sie nicht ausdrücklich mit einem * gekennzeichnet sind – geben die persönlichen Ansichten der Verfasser wieder. Sie entsprechen nicht zwingend den Auffassungen der Redaktion oder des Herausgebers. Manuskriptsendungen an die Redaktion erbeten. Erscheinungsweise mindestens achtmal im Jahr.


Für Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie e. V. ist der Bezug der Zeitschrift im Mitgliedsbeitrag enthalten. Sanitätsoffiziere der Bundeswehr, die nicht Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie e. V. sind, erhalten die „Wehrmedizinische Monatsschrift“ über ihre Dienststellen.

Datenschutz: Es gelten die Datenschutzbestimmungen der cpm Verlag GmbH, abrufbar unter https://cpm-verlag.com/datenschutzerklaerung/.